Autor Thema: So wird man in Paraguay abgezockt  (Gelesen 18054 mal)

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Offline renato

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So wird man in Paraguay abgezockt
« am: August 28, 2014, 01:14:34 Vormittag »
Was so alles gibt in Paraguay

Paraguay hatte sich in den letzten Jahren einen denkbar schlechten Ruf erworben in Beziehung Einwanderung. Nur wurde von den Betroffenen oder den Medien nie erwähnt, dass meist deutsche, schweizer oder österreichische Landsleute die Betrüger waren. Viele Einwanderungswillige kehrten schon nach einigen Wochen völlig entnervt und um viele tausend Euros erleichtert wieder nach Hause zurück. Für den Neu-Angekommenen beginnt das Drama meist in den von Europäern gern besuchten Cafes wie "San Marcos" und "Da Vinci" und natürlich auch in deutschen Kneipen.

Dort sitzen die guten Deutschen (Österreicher oder auch Schweizer), die angeblich selbst von den "bösen Paraguayern" betrogen wurden, und nun nur noch aus Ritterlichkeit ihren Landsleuten helfen wollen, "die guten Freunde". Und so sieht sich der Neu-Angekommene ganz schnell umringt von vielen Freunden.

Und schon beginnt das grosse Geschäft.

Zuerst beginnen wir mal mit den Papieren, das ist ganz einfach, man kennt sich ja aus. Ein guter Freundschaftspreis: Euro 2.500.-- (bis 5.000.-) Wenn es ganz schnell gehen soll, wird es etwas teurer. 50% Vorauskasse ist angesagt. Nachdem sämtliche Dokumente ordnungsgemäs abgeliefert wurden, der Einwanderer im Gesundheitssamt endlich nach vielen Besuchen seine Aids-Frei-Bescheinigung in den Händen hat, ist erst einmal Warten angesagt.

Warten heisst hier "manana", zu deutsch morgen, übermorgen oder auch irgendwann. Damit dieser lähmende Vorgang etwas beschleunigt wird, muss man jetzt halt mit Finanz-Zuschüssen arbeiten, zu deutsch, schmieren. Aber dieses Geld ist nicht ausnahmslos für den Paraguayer, der gerade am Hebel sitzt, nein, auch der gute Freund muss ja schliesslich leben. In der Zwischenzeit können wir ja schon mal ein Haus suchen; denn immer im Hotel wohnen, nein, das würde doch zu teuer. Und es gibt ja zurzeit wirklich billige Angebote auf dem Markt. Stimmt, die gibt es wirklich, aber nicht für den Einwanderer, der sich so führen lässt!

Bitte tun Sie das nicht in dieser Reihenfolge, beschaffen Sie sich erst Ihre korrekten Einwanderungspapiere, bevor Sie eine Immobilie erwerben. Denn nur mit einer gültigen CEDULA gleich unserem deutschen Personalausweis können Sie eine Steuernummer beantragen und beides brauchen Sie für einen wasserdichten Kaufvertrag vor einem Notar, jeder andere Vorschlag birgt schon vom Anfang an die Möglichkeit sein Geld zu verlieren, dieses Thema wird aber ausführlicher an anderer Stelle behandelt werden.

Gern wird der Neu-Ankommende auf diese Art beschäftigt, auf diese Weise kann man auch gleich seine Liquidität einschätzen. Gleiches gilt auch für Einladungen in nächtliche Vergnügungslokale, Informationen laufen in Südamerika viel schneller als man am Anfang glaubt. Durch den Besuch in diesen Lokalen ist auf jeden Fall Ärger in irgendeiner Form vorprogrammiert. Zwischendurch wird der so zu Beratende immer mal einem Winkel- Advokaten oder einem Übersetzer vorgestellt, sobald er sich dann nach seinen Dokumenten erkundigt, bekommt er oft die abenteuerlichsten Geschichten zu hören. Als besondere Melkkühe gelten die Klienten, deren polizeiliche Führungszeugnisse entsprechende Eintragungen aufweisen. Bei diesen Personen vergehen, im schlimmsten Fall auch Monate. Und der Erfolg, oftmals ist er gleich Null.

Viele Ausländer sind heute Besitzer von gefälschten Papieren, ohne dass sie es vielleicht wissen. Erst bei eventuellen Überprüfunge- werden sie damit konfrontiert, aber dann ist es oft schon zu spät. Auch in Paraguay wird der Besitz von gefälschten Papieren sehr streng geahndet. Bevor man sich gefälschte Personaldokumente für viel Geld andrehen lässt, kann man besser die Dauer des Touristenaufenthalts (3 Monate) überziehen. ggf. kostet das pro Tag lediglich einige Pfennige "Strafe" oder man lässt sich an der Grenze Argentinien oder Brasilien eine neue Ein- bzw. Ausreise einstempeln. Mit einem paraguayischen Einreisestempel im Pass, kann sich der "Tourist" ohne Einreisestempel im Grenzbereich in Argentinien und auch in Brasilien aufhalten. Mittlerweile hat auch hier bei Behörden der Computer Einzug gehalten. Somit ist es für diese Spezis es sehr schwierig gefälschte Einwanderungs-Dokumente zu beschaffen. Allerdings sollte man an dieser Stelle auch sagen, für Geld geht in diesem Lande so gut wie alles, allerdings können solche "Dienstleistungen" in der Regel kaum noch Ausländer erbringen.

Quelle:
http://tinyurl.com/a9coyul

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Re: So wird man in Paraguay abgezockt
« Antwort #1 am: August 28, 2014, 01:18:34 Vormittag »
Die paraguayische Abzockmethode bei Verkehrsunfall

Montag, 13. August 2012
0,00 ( 1. Tag )


Es ist jetzt genau 2.45 Uhr in der Nacht, wir sind eben nach Hause gekommen, und ich muss das gleich niederschreiben!
Eigentlich war heute ein schöner Tag, der mit Sonne und Wind begonnen hat. Wir sind eingeladen in Saldivar  bei Fritz und Silvia, die beide letzte Woche Geburtstag feiern konnten und beide meinen Jahrgang haben. Das Essen ist lecker, Asado, mit Sopa Paraguaya und köstlichen Salaten, sogar Mandioca hat nicht gefehlt! Und erst die Nachspeise!! 4 kg Torte aus der Libreria! Supersüss aber auch supergut! Wir trinken Cola, die Männer Bier und unterhalten uns bestens. Idefix freundet sich mit Rocco, dem ganz jungen Spanielbub von Thomas, an. Die beiden Hunde toben den ganzen Tag miteinander spielend herum.
So gegen 17.00 Uhr verabschieden wir uns von unseren Gastgebern und machen uns auf den Nachhauseweg. Ich denke, dass Peter über Capiata nach Sanber fährt, bin aber nicht erstaunt, weil ich ja weiss, dass er diese Strecke hasst, als er den Weg über Ita einschlägt. Es gibt nichts Schlimmeres als nachts auf Paraguays Strassen unterwegs zu sein! Die Strassenlampen blenden oder sind gar nicht da, Autos ohne Licht, ja sogar Busse, Motorradfahrer, die man kaum erkennen kann, streunende Hunde und Menschen, die die Strasse überqueren und jede Art von Gefährt, mit oder ohne Ochsen vorne dran, die auch auf der falschen Seite anzutreffen sind. Heillos gefährlich, weil meistens ohne jede Art von Beleuchtung unterwegs! Vom Missachten jeder Verkehrsregel, die es tatsächlich auch in Paraguay gibt, ganz abgesehen!
Kurz nach der Ankunft in Ita fällt mir auf, dass viele Autos am Strassenrand stehen und auch viele Menschen zu Fuss unterwegs sind. Das hat wohl mit dem Fussballspiel am Nachmittag zu tun. Die Paraguayos sind grosse Fussballfans, alle!-----Plötzlich, eine dunkle Gestalt rennt von links über die Ruta, Blick nur nach links und schon knallts! Peter hält sofort an, Warnblinker ein! Wir steigen aus, sehen den Mann wie tot auf dem Bauch liegen, Blut aus der Nase. Sofort sind wir umringt von vielen Menschen, die uns berühren und sagen "Tranquillo, Señor, tranquillo Señora!" Sie schnattern auf uns ein, und ich frage Peter, ob ich Thomas anrufen soll!  Der hat einen Schock und sagt: "Ruf Carlos an!"  gut, ruf ich Carlos an, der sagt, er sei in einer halben Stunde da. Inzwischen kriegt Peter, der am Wagen lehnt und schlottert, ein Glas Wasser von einer netten Dame überreicht. Gleichzeitig sage ich, jemand solle die Ambulancia rufen! Das hat aber wohl schon jemand erledigt, denn die kommen sehr schnell und packen den Verletzten in ihren Wagen. Da sehe ich, dass er viel Blut verloren hat, aber ansprechbar ist. Weg ist er! Ins Spital Nacional von Itaugua wird er gefahren. Da kommt ein Polizist und fragt mich, ob ich ins Spital gehe und mich um das Opfer kümmern könnte! Ich tue so, als ob ich nichts verstehen würde und sage: " No entiendo, Senor, pero en media hora un amigo viene!"
Da sagt er, wir müssten auf die Wache, ob Peter fahren könne. Dieser gibt dem Polizisten den Schlüssel und schüttelt den Kopf! Schock! Der erste Unfall mit Personenschaden nach über 40 Jahren Fahrpraxis!
Eine Zeugin, Rebecca mit Namen, setzt sich gleich mit ins Auto und begleitet uns zur Comisaria. Hier wird erstmal umständlich ihre Aussage zu Papier gebracht, handschriftlich, versteht sich,  unsere Papiere werden kontrolliert und abgeschrieben! Fast gleichzeitig treffen Thomas mit Lili und Carlos ein. Carlos hat in weiser Voraussicht Thomas angerufen und ihn um Beistand für uns gebeten, da sein Weg doch kürzer sei von Saldivar, als seiner von San Bernardino! Wir sind froh! Carlos stellt sich als unser Übersetzer vor und will sofort ins Spital fahren, um nach dem Verletzten zu sehen. Ich gebe ihm 200000 G mit für eventuell benötigte Medikamente. In der Zwischenzeit wird alles auf-und abgeschrieben und wir warten. Carlos ruft an, zwei Brüder des Opfers würden herkommen. Die sind dann auch bald einmal da, Carlos kommt auch und die Verhandlungen über eine gütliche Einigung der Parteien kann beginnen. Dazu haben die Polizisten geraten!
(Bloss keine Anzeige, das wäre ja eine Menge Arbeit!) Zuerst wollen die , dass wir in einer Apotheke für den Verunfallten ein Konto eröffnen, damit er sich seine benötigten Medikamente abholen kann. ( Natürlich auch gleich die ganze Familie und auch noch das ganze Dorf dazu! Und das wohl ein Leben lang!!!!!) Nein, kommt nicht in Frage! Zuerst will ich wissen, wie es dem Mann geht und um welche Verletzungen es sich handelt. Carlos klärt mich auf, dass der stockbetrunken sei, dummes Zeug geplappert habe und versuchte, die Schwestern  zu betatschen! Ok, wer ist denn nun schuld? Alle Zeugen, auch die Polizei sagt, der Mann sei selber schuld!
  Peter geht inzwischen mit dem kleinen Idefix Gassi.
 Wenn kein Konto, dann drei oder besser noch vier Millionen Guaranies wollen die Brüder! Ich biete denen eine halbe Million an, aus Goodwill, und bitte Carlos, denen genau zu erklären, was auf die zukäme, wenn sie im Fall einer Gerichtsverhandlung den Kürzeren ziehen und unsere gesamten Kosten übernehmen müssten!  Er tut dies sehr eindringlich, die beiden Brüder beraten dann auch und sind einverstanden. Jetzt wird ein Notar gerufen, der das nötige Dokument ausfertigt. Alles ist vorbereitet, da weigern sich die beiden Brüder, zu unterschreiben! Sie wollen doch lieber eine Anzeige machen! Nun ist noch zu sagen, dass der Zufall es wollte und der Notar der Pate von Lilis Nichte ist. Also muss Peter einen Alkoholtest machen! Dazu müssen wir, es ist mittlerweilen 22.00 Uhr, nach San Lorenzo fahren. Der Notar und ein Polizist begleiten uns! Peter hat drei halbe Gläser Bier mit Cola gemischt intus. Hier erlaubt das Gesetz 0,00 Promille! Aber in ganz Paraguay gibt es nur etwa 9!!!! Geräte für Alkoholtests! Röhrchen, blasen!!!! Jedenfalls der Test fällt gut für uns aus: 0,00 Promille! Nach so langer Zeit! Wir erreichen Ita um Mitternacht, die beiden Herren sind weg, haben Anzeige erstattet! Die Polizei konfisziert unser Auto. Morgen Mittag könnten wir es abholen! Thomas nimmt Idefix mit nach Hause, der Notar bietet uns seinen Beistand an für Morgen! Er bekommt 200000 G von mir, als Honorar! Carlos chauffiert uns nach Hause, wo wir um 02.15 Uhr ankommen.  Wir sinken ins Bett, deprimiert, verständnislos! Carlos sagte noch zu uns: "Wenn das meine Brüder wären, die würde ich erschlagen, diese Deppen! Die bringen ihren Bruder mit ihrer Geldgier noch in den Knast!"

Quelle:
http://tinyurl.com/cscnuf3

Wie geht es weiter? ( 2. Tag )

Juan Ramon Vera, so heisst also unser Opfer. Er ist 45 Jahre alt, ledig, (aber wer ist schon verheiratet in Paraguay!)  und Vater einer dreijährigen Tochter, stockbetrunken und ohne Papiere unterwegs gewesen! Carlos hat die Informationen, als er uns um 08.00 Uhr  besucht! Er müsse erst mit Mariano nach Altos fahren und ein Dach besichtigen, danach würden wir in Ita unser Auto abholen! Ein Kriminalist wird es heute begutachten und Fotos machen. Ich müsste alle Papiere des Wagens fotokopieren und beglaubigen lassen, auch den Titel und die Habilitacion! (Wie könnte es auch anders sein!) Ich bereite alles vor und um 10.30 Uhr fahren wir los. Kurz vor Mittag sind wir da, treffen unseren Notar, lassen die Papiere beglaubigen und fahren ins Büro des Staatsanwalts. Er wird die Papiere begutachten und danach die "Entlassungspapiere" unterschreiben!--- Glaubste!--- Der war gar nicht mehr da! Wir müssten morgen nochmals kommen. Ohne Entlassungsschein kein Auto! Shit, wir wollten am Dienstag, also Morgen, mit Karola und Georg nach Asuncion, um Autos anzusehen! Dann überbringe ich ihnen halt die Hiobsbotschaft per Telefon! Da ruft eine Schwester des Verunfallten an und sagt, ihre Brüder seien Trottel und sie würden natürlich die Anzeige zurückziehen! Das ist aber nicht möglich, die Entscheidung darüber liegt wiederum beim Staatsanwalt. Dann fahre sie jetzt gleich zur Polizei und frage nach, was sie da noch tun könne, um aus der Sache rauszukommen!  Wir verabschieden uns vom Notar und fahren nach Saldivar, um Idefix abzuholen. Dem geht es gut, hat die ganze Zeit mit den andern Hunden gespielt und sich ein roterdiges Fell eingehandelt beim Löcher graben. Da ruft wohl eine andere  Schwester an und bittet uns, doch ins Spital nach Itaugua zu ihrem Bruder zu kommen und ihr bei der Pflege zu helfen! Ich werde langsam böse, über soviel Unverfrorenheit und Frechheit! Carlos ruft dann einen Anwalt der Deutsch und Spanisch spricht an, der hat aber kein Auto und wohnt in Asuncion. Da ruft er seinen Freund Jorge Gini, ebenfalls Anwalt aus Piribebuy, an und bittet ihn, ins Spital zu kommen. Er ist sofort dazu bereit.
 Dieses Spital ist ja die Kloake Paraguays! In der einen Ecke streiten sich die Kakerlaken, in der andern fliesst Blut aus dem Papierkorb!! Die Patienten werden, mangels Rollstühlen, gleich mit dem Bett auf die Strasse zum Auto gefahren!! Jeder kann da ein und ausgehen, wie es ihm passt! Unter den Bäumen halten mindesten 20 verwilderte Hunde Generalversammlung ab!
"Carlos, Carlos!" Die Stimme kenn ich doch! Der Bruder hat uns gesehen!  Jetzt ist nur einer da! Jorge und Carlos sprechen mit ihm. Carlos sagt, er wolle die 500000 G haben. Ich sage, er kriegt gar nichts, ich will zuerst den Arzt befragen über den Zustand des Verunfallten. Wir gehen zum Arzt, der sagt, der Mann habe 3 gebrochene Rippen, Prellungen, aus der Nase geblutet, eine Halskrause verpasst bekommen und könne Morgen wohl schon nach Hause! Über den Alkoholgehalt in seinem Blut weiss er nicht Bescheid, das habe ein anderer Arzt gemacht, dessen Bericht er nicht einsehen könne. Also, alles nur halb so schlimm, wie vermutet. ( Ich bin allerdings nicht so überzeugt von den Aussagen des Arztes).
 Die Halskrause habe schon 150000 G gekostet, jammert der Bruder. Ich weiss, ich muss dem kein Geld geben, aber diese Leute sind mausarm! Ich sage, die halbe Million kann er sich abschminken, das war gestern! Heute bin ich bereit 400000 G zu geben! Mehr auf KEINEN Fall!  (ca. 84.-CHF )  Er ist sofort bereit, alles zu unterschreiben und das Geld zu nehmen! Ja , er bedankt sich noch bei uns, ich wünsche seinem Bruder baldige Genesung, und wir verlassen das ungastliche Krankenhaus!
Wir werden dann von Peter M. und Thomas drauf aufmerksam gemacht, dass wir ja eine Vollkaskoversicherung für unser Auto abgeschlossen hätten bei MAPFRE, mit Personen- und Rechtschutz und allem Drum und Dran, die hätten wir sofort informieren müssen, die hätten alles für uns erledigt! Morgen fahren wir hin, heute haben wir sie informiert!---- Wie wird das wohl weitergehen??-----
Morgen wissen wir mehr!
Quelle:
http://tinyurl.com/c4x98fb

Mittwoch, 15. August 2012

ad acta? (3. Tag)


Idefix haben wir noch einen Tag bei Thomas, Fritz und Silvia gelassen, aber wir vermissen den kleinen Schlingel schon!
 Um 10.00 Uhr, wie geplant, erscheint Carlos und holt uns ab. Jorge sei auch schon unterwegs, sagt Carlos! Er ist, ganz unparaguayisch, immer sehr pünktlich. Wenn er mal 5 Minuten verspätet sei, rufe er immer an. Das gefällt uns. Wirklich, wir sind gerade in Itaugua, ruft Jorge an und sagt, er sei schon auf der comisaria in Ita, er werde sich um die Papiere kümmern.
Zuerst unterschreiben wir ihm eine Vollmacht, dass er in unserem Namen handeln darf, danach kümmert er sich um die Entlassungspapiere für unser Auto. Carlos holt es ab, danach erzählt er uns, der Kriminalbeamte habe auf dem Dach das Handy des Verunfallten gefunden. Ich bitte Jorge um eine Kopie des Unfallprotokolls und der Anzeige der Brüder. Eigentlich geht das nicht, aber Jorge kriegt alles unter der Hand! Für die Versicherung wäre das von Vorteil, denke ich. Da werde ich aufgeklärt, dass wir von Anfang an alles der Versicherung hätten überlassen müssen, das hätte uns eine Menge Geld gespart! Da ruft doch auch schon der Notar Hugo an, er komme in fünf Minuten sein restliches Geld abholen! Wieviel, frage ich! Eine halbe Million! Ist der vom Wahnsinn umzingelt? Für eine Stunde rumfahren mit uns und Papiere beglaubigen lassen von 5 Minuten will der 500000 G? Der muss verrückt sein!! " Lass ihn erst mal kommen, das werde ich schon schaukeln", sagt Carlos. Wir warten eine geschlagene Stunde auf den frechen Kerl! Er kommt mit seiner Frau, hört sich an, was Carlos zu sagen hat, und gibt sich mit 250000 G zufrieden. Schliesslich hat er am 1. Tag schon 250000G erhalten! Alles sei teurer geworden, sagt der Mensch, ohne mit der Wimper zu zucken. Von Sonntagnacht auf Dienstag Vormittag? Unglaublich die Geldgier der Paraguayos, wenn sie Gringos sehen!
Jorge sagt, dass alles mit grösster Wahrscheinlichkeit ad acta gelegt werde vom Staatsanwalt, weil ja der Verunfallte kein Geld besitzen würde, um Klage einzureichen! Jorge muss dann nochmal beim Staatsanwalt erscheinen, aber für uns wäre die Sache soweit beendet!
Wir verabschieden uns von Carlos und Jorge, fahren sehr vorsichtig nach Saldivar und holen Idefix ab.
Nein, die Versicherung werden wir nun nicht mehr einschalten, das hätten wir sofort tun sollen! Da haben wir Lehrgeld bezahlt!
Wieder zu Hause, fühle ich mich zwar erleichtert, aber auch wie erschlagen und k.o!
Ich beantworte über Skype noch Fragen von Freunden, dann gehen wir sehr früh schlafen!

  Hier die Version von Carl Philip Sommerlad

http://sprachen-fuessler.blogspot.com/2012/08/von-opfern-geiern-und-rechtsverdrehern.html

Quelle:
http://tinyurl.com/cwlc2gs
Wenn der Klügere immer nachgibt herrscht die Diktatur der Dummen. - Daher gilt: Wo unrecht zu recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. -
Doch bedenke:  Das einzige das einen davon abhalten kann die Wahrheit zu finden, ist zu denken man kenne sie bereits.