Autor Thema: Was sagen Kenner zum Land der Guarani  (Gelesen 7048 mal)

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Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« am: August 19, 2014, 11:03:19 Nachmittag »
In Eigener Sache

Deshalb richte ich diese Seite ein

Deutschland gleicht immer mehr einem Überwachungsstaat, der seine Bürger entmündigt. Harz IV, die Wirtschaftslage und das Wetter machen es als Lebensmittelpunkt auch nicht gerade attraktiver. Daher erwägen derzeit viele Menschen eine Auswanderung. Zu den bevorzugten Zielen gehört dabei PY, da die Einwanderung noch verhältnismässig einfach ist und der Lebensunterhalt günstig. Dies sollte man sich jedoch sehr gut überlegen!!!!! PY gehört zu den korruptesten Ländern der Welt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind keineswegs besser als hier und soziale Absicherungen gibt es so wenig wie Subventionen oder sonstige staatliche Hilfen.

Aber es gibt auch noch andere Probleme: Hüte Dich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind!!! Das gilt besonders auch für PY. Auf gar keinen Fall sollte man sich vertrauensvoll an deutsche Vermittler/Landverkäufer o.ä. hier oder drüben wenden (Vorsicht selbst vor dem "netten deutschen Nachbarn von nebenan"), denn dort leben ganze Berufszweige davon, naive und unerfahrene deutsche Auswanderer gründlich über den Tisch zu ziehen! Diesen Leuten ist kein Trick fremd und das Geld sieht man nie wieder.

Das bin ich!

Geboren und aufgewachsen bin ich in München. Kurz vor meinem Studienabschluß (Linguistik) verstarb mein Vater im Februar 1998 plötzlich bei einem Verkehrsunfall, wodurch ich mit 28 Jahren völlig unvorbereitet seine Estancia im Südosten Paraguays übernehmen musste. Ich war das letzte Mal 10 Jahre zuvor zu Besuch gewesen und hatte noch nie eine Soja- Pflanze aus der Nähe gesehen. Nun war ich stolze Besitzerin von mehreren Lastwägen, Traktoren und Mähdreschern sowie einigen hundert Rindern
(diese indischen Buckelviecher).

Neben den vielen Problemen, die ein großer land- und viehwirtschaftlicher Betrieb mit sich bringt, mußte ich mich auch noch gegen 200 (!) illegale Landbesetzer zur Wehr setzen und zahlreiche Prozesse führen, was dazu geführt hat, daß ich mein Haus sechs Monate lang nur unter Polizeischutz verlassen konnte und sogar Justizgeschichte geschrieben habe.

Im Herbst 2000 habe ich die Estancia schließlich verkauft und seit Dezember 2001 bin ich wieder in
Deutschland, halte aber noch regen Kontakt nach PY. Derzeit lebe ich als Alleinerziehende Mutter in München. Eines möchte ich noch klarstellen: Meine Paraguay- Erlebnisse machen mich noch lange nicht zu einem "Experten" was alle Lebenslagen dort betrifft, aber was die Probleme dort angeht, habe ich wohl soviel durchgemacht wie kaum ein anderer, und das in nur vier Jahren! Trotz allem möchte ich betonen, daß gerade das letzte Jahr dort sehr schön war und die Rückkehr nach D unfreiwillig.

Kleiner Hinweis: Diese Seite habe ich unter meinem "Nick" Kayelicha veröffentlicht. Von meiner Paraguay- Zeit hat sich eine leichte "Paraguanoia" erhalten und der dringende Wunsch, ein unbekanntes Gesicht in der Menge zu sein, weshalb man hier vergeblich nach meinem Namen oder Foto sucht. Vielleicht kann ich mich aber doch noch irgendwann dazu durchringen!

Kays Paraguay-Tips

Um einen Fehlstart zu vermeiden, hier mal ein paar Einsteiger-Tips für Leute, die an eine Auswanderung nach Paraguay denken
(aber das meiste wisst Ihr ja hoffentlich eh schon!)

1. Die Sprache

Wer sich mit dem Gedanken befasst, nach Paraguay zu ziehen sollte beizeiten anfangen, Spanisch zu lernen. Gute Sprachkenntnisse sind eine MUSS Voraussetzung. Ich weiss, das wird oft anders dargestellt, aber aus vielerlei Gründen kann ich nur sagen: die Sprache ist die Basis aller Auswandergedanken

2. Vorsicht Bauernfänger

Wer sich Paraguay anschauen möchte, kann für's erste Mal ruhig eine organisierte Tour mitmachen; aber bitte "reinen Urlaub", keine Immo-Besichtigungs-Kaffeefahrt, denn nicht umsonst handeln die meisten Reiseanbieter auch praktischerweise gleich mit Grundstücken.. Beliebter Trick: Dem Opfer wird das schöne und  "problemlose" Leben in PY vorgegaukelt, mit Asados und viel Abenteuerromantik. Dann wird eine ganz tolle, "einmalige Gelegenheit" (haha), "weit unter Wert!!!" zum Kauf angeboten. Das arme Opfer erfährt dann erst nach dem Notartermin, dass sein Grundstück gar nicht das ist, das er besichtigt hatte. Oder (auch beliebt), dass der tolle Tiefbrunnen im Sommer leider 3 Monate lang kein Wasser führt oder ähnliches mehr (Sommerdürre kann übrigens auch für Estancias ein grosses Problem sein!!!).

3. Viele Fragen stellen

Bei Auswanderungsinteresse auf jeden Fall nochmals selbst hinfahren und sich ein Bild machen! Am besten mit dem Mietwagen die in frage kommenden Gegenden selbst besichtigen und gaaaanz viel mit den Leute vor Ort reden. Dazu sollte man sich gleich mal an das Mate/Tereré- Trinken gewöhnen, das hilft ungemein bei der Sozialisation mit den Alteingesessenen. Und dann kann man ja mal das Gespräch auf Betrügereien, Probleme in der Gegend und die Probleme der zugezogenen Deutschen bringen. Man erfährt da oft sehr interessante Sachen! (Beispielsweise, ob es Ärger mit Landbesetzern gibt, oder wer die schlimmsten Betrüger sind).
Und es passiert dann gar nicht selten, dass genau der Herr, von dem man gerade am Tag vorher (übrigens meist im Ton der höchsten Anerkennung) erfahren hat, wie er immer die Deutschen über den Tisch zieht, plötzlich in persona vor der Tür steht mit einem "gaaanz tollen Angebot"...

4. Erstmal mieten

Wer sich zum Auswandern entschlossen hat, sollte sich erst einmal ein Häuschen mieten und schauen, wie alles so klappt. Besonders beruflich!!! Das ist nach wie vor das grösste Problem für alle Einwanderer: Geldverdienen ist nicht so leicht wie man das aus D gewohnt ist!!! Investitionen müssen daher wohlüberlegt sein!
Grundsätzlich gilt: in PY wird kein Geschäft von heute auf morgen geschlossen (oft sind recht gute Immo- Angebote sogar jahrelang auf dem Markt!) und das Angebot übersteigt die Nachfrage praktisch immer. Also keine Eile! Das bedeutet natürlich auch im Umkehrschluß, dass man bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland oft Probleme hat, die getätigten Investionen wieder ohne grössere Verluste freizubekommen. Da die meisten Rückkehrer dies meiner Erfahrung nach innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre tun, spricht auch dies für eine Anmietung

5. Die Formalitäten

Die Radicación/Cédula (Daueraufenthaltsgenehmigung) kann man selbst beantragen. Voraussetzung: gutes Spanisch! Wer es sich nicht zutraut, sollte sich erkundigen, wer zu günstigen Preisen zuverlässig hilft. Keine Panik, wenn das Touri-Visum nach 3 Monaten abläuft, das kann man mit einem kleinen brasilianischen Grenzverkehr ganz leicht verlängern. Also wie immer: lieber überlegen statt übereilen!

6. Banken!

Ein grosses Problem in PY. KEINE paraguayische Bank ist wirklich sicher (Bankenpleiten gibt es schon beinah am laufenden Meter)!!! DAS BANKGEHEIMNIS EXISTIERT NUR AUF DEM PAPIER!!! Was die Bankenpräsenz angeht, bin ich evtl. nicht auf dem allerneuesten Stand, aber es geht ja auch ums Prinzip: Grössere Summen in D lassen, erst kurz vor einer Zahlung nach PY transferieren. Mittlere Summen (5.000 bis höchstens 10.000 Dollar) kann man auf einer europäischen Bank in PY deponieren:  soviel ich weiss, gibt es derzeit BBVA (Spanien), ABN Amro Bank (Niederlande) und Lloyds Bank (GB). Ich möchte keine empfehlen, schliesslich kann auch eine ausländische Bank mal pleite machen, aber es ist auf jeden Fall sehr viel sicherer als einheimische Banken (auch Banco Alemán ist paraguayisch!). Guaraní-Konten sind wegen der Inflation sowieso nur für kurzfristige Ein- und Auszahlungen geeignet!

7. Anwälte

Ein leidiges Thema! Das Justizsystem in Paraguay ist von Grund auf korrupt. Das betrifft Notare, Richter und leider ganz besonders die eigenen Anwälte. Man sollte daher seine Verhältnisse nie komplett offenlegen und sich noch mal an mehreren anderen Stellen erkundigen, ob die Auskünfte des Anwaltes tatsächlich den Tatsachen entsprechen. Aus eigener Erfahrung weiss ich: wer einmal in den Mühlen der Justiz steckt, hat es schwer, einigermassen ungeschoren da wieder rauszukommen. Leider ist nämlich auch der Ausgang der Gerichtsverfahren ein reines Glücksspiel und ausserdem tun Anwälte alles, um das Verfahren möglichst kompliziert zu gestalten und in die Länge zu ziehen. Daher Rechtsstreitereien möglichst von Haus aus vermeiden!

8. Verdienstmöglichkeiten

Diesen Punkt habe ich bewusst an den Schluss gestellt. Ehrlich gesagt ist das eine Sache, für die auch ich kein Patentrezept parat habe. Grundsätzlich gilt: Handwerker haben es oft schwer, das Geld für geleistete Arbeit einzutreiben, so dass mehrere Millionen Guaranies Aussenstände kein Einzelfall sind. Wieviel man generell verdienen kann, hängt von Beruf, Standort und Konkurrenzsituation ab, da gibt es kaum Richtlinien. Frauenberufe sind durch die Bank schlecht bis verheerend bezahlt, insbesondere Schneiderin, Friseurin o.ä.
Land- und Viehwirtschaft setzen grosse Investitionen und noch mehr Fachwissen voraus! Ein Selbstversorger-Kleinbauernhof ist da die problemlosere Alternative, aber wirklich Geld verdienen kann man damit nicht. Also bitte rechtzeitig an Rente/Krankheitsfall o.ä. denken!!!
Die traurige Negativkarriere der Deutschen dort sieht meist so aus (einzelne Stufen überspringbar!): Man beginnt mit einem land- oder viehwirtschaftlichen Betrieb, der pleite geht. Dann macht man ein Hotel/Restaurant auf, das sich nach ein paar Jahren auch nicht mehr halten lässt. Schliesslich landet man bei Einwanderungshilfe/Immobilienhandel, wo die allermeisten sich nur mit Betrügereien über Wasser halten können. Manche packen nicht mal das.

Quelle:
http://www.kayelicha.de/
Wenn der Klügere immer nachgibt herrscht die Diktatur der Dummen. - Daher gilt: Wo unrecht zu recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. -
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #1 am: August 19, 2014, 11:15:28 Nachmittag »
Nie wieder Paraguay !

Im August 2006 entschloß ich mich, nach Paraguay auszuwandern. Ich hatte von Deutschland die Schnauze voll und meinte, mittels Internet genug über meine neue Heimat erfahren zu haben, um es "mal auszuprobieren". Die ersten Wochen in Paraguay waren größtenteils von Begeisterung geprägt. Tolles Wetter, niedrige Preise, tropische Früchte, freundlich grüßende Menschen, hübsche chicas (Mädchen), ... Doch wenn man ein Land länger kennenlernt, nimmt die Urlaubsstimmung allmählich ab und der Alltag in einem völlig fremden Land holt einen ein. Mit der Zeit lernt man die reichlich vorhandenen Schattenseiten Paraguays kennen, als da wären:

-   Das Wetter ist zwar meist sonnig, im Sommer aber für Deutsche oft unerträglich schwülwarm.  24 Stunden am Tag die Klimaanlage laufen zu lassen, ist nicht gerade billig und gesund. An lauschige Abende im Freien wie in Mitteleuropa ist wegen der Hitze und der Moskitos oft nicht zu denken. Die kleinen Mistviecher sind übrigens rund um die Uhr aktiv.

-   Die Paraguayer sind zwar kontaktfreudig und meist freundlich, trotzdem ist das Land von einer gewissen Rücksichtslosigkeit geprägt. Vordrängeln im Supermarkt, Lärmbelästigung, riskante Überholmanöver u.s.w. sind völlig selbstverständlich und lassen einen spüren, was "Ellenbogenmentalität" wirklich bedeutet.

-   Die Städte Paraguays, insbesondere Asuncion, starren vor Dreck. Dazu kommen unerträgliche Abgase aus den Uralt-Autos, -Bussen und -Lastwagen. Fast jeder wirft seinen Verpackungsmüll einfach dahin, wo er steht. Entsprechend sieht es überall aus, es gibt zahlreiche wilde Mini-Mülldeponien am Wegesrand. Umweltschutz ist kaum ein Thema in Paraguay. Ein ganz schlimmes Beispiel ist der Ypacarai-See, der durch Einleitungen so verdreckt ist, daß er schon aus der Ferne eine deutlich braune Farbe hat. Die Politiker wollen jetzt endlich etwas gegen diese Verschmutzung machen, aber nun, da die Bürgermeisterwahlen vorbei sind...

-   Ein Freizeitangebot existiert nahezu nicht. Ein paar kleine Kinos und Theater in Asuncion, ein paar schlecht gepflegte Museen, mehr ist da nicht für Kulturliebhaber. Nette Straßencafés sucht man ebenfalls vergeblich.

-   Auf den ersten Blick präsentiert sich das Land immer in einem sehr schönen Grünton. Die üppige Vegetation ist für das Auge wirklich sehr angenehm. Will man aber mal vom eigenen Grundstück weg und "ins Grüne" hinaus, sieht es schlecht aus. Eintönige Sandwege, links und rechts Privatgrundstücke mit Stacheldrahtzaun. Wander- und Radtouren wie in Europa können Sie also vergessen.

-   Die Straßen sind außerhalb der Hauptverkehrsstraßen oft in katastrophalem Zustand, häufige Reifenplatzer sind die Folge. Jeder deutsche Feldweg ist besser gepflegt.

-   Stromausfälle sind zwar nicht an der Tagesordnung, aber mit einigen Blackouts pro Monat müssen Sie schon rechnen, ebenso bei der städtischen Wasserversorgung. Auch die Internetverbindungen sind oft unerträglich langsam oder fallen ganz aus.

-   Falls Sie schon einmal etwas von der "Colonia Independencia" gehört haben und denken, dort wohnen viele Deutsche, da ist es bestimmt nett: vergessen Sie es. Die Ortschaft ist viel kleiner und paraguayischer als man denkt. Jede Menge deutscher Geschäfte gibt es jedenfalls nicht, selbst im bekannten "Supermercado Huber" kommt man meistens nur mit Spanisch weiter. Außerdem sind die Grundstückspreise mittlerweile völlig überhöht gegenüber dem Rest des Landes. Der Zusammenhalt zwischen den relativ wenigen Deutschen dort ist schlecht, man ist eher aufeinander neidisch, als sich gegenseitig zu helfen.

-   Der Polizei in Paraguay sollten Sie aus dem Weg gehen, wo es nur geht. Als Ausländer wird man für das kleinste "Vergehen" zur Kasse gebeten, selbstverständlich steckt der Polizist das Geld dann in die eigene Tasche. Fahren am helllichten Tag ohne Licht, fahren mit ungeeignetem Schuhwerk, keinen Reisepaß dabei, ... die Strafen sind auch in Euro umgerechnet empfindlich!

-   Die Kriminalität in Paraguay ist leider im Steigen begriffen. Früher eines der sichersten Länder der Welt, müssen Sie heutzutage durchaus mit Diebstählen und Überfällen rechnen. Nachts sollten Sie in Städten wie Asuncion am besten gar nicht unterwegs sein. Und als Besitzer eines Grundstücks mit gepflegtem Haus stechen Sie aus der Masse der meist ärmlichen paraguayischen Anwesen hervor und sind potenzielles Opfer von Jugend- oder professionellen Einbrecherbanden. Schutz in Form von scharfen Hunden (z.B. Rottweiler) und geladenen Waffen ist unbedingt notwendig. Dies ist sicher nicht jedermanns Sache.

-   Die Sprachprobleme, die man in Paraguay hat, sind erheblich. Je besser Ihr Spanisch, desto besser kommen Sie vor allen Dingen bei Behörden, Banken u.s.w. zurecht, aber die meisten Paraguayer haben einen starken Dialekt. Dazu kommen viele Wörter, die hier benutzt werden, aber nicht in Spanien und umgekehrt. Und wenn die Paraguayer die Eingeborenensprache Guarani oder ihr Spanisch-Guarani-Gemisch sprechen, dürften Sie endgültig nur noch "Bahnhof" verstehen.

-   Die Verläßlichkeit paraguayischer Handwerker, Anwälte, Notare u.s.w. ist katastrophal. Einen fest ausgemachten Termin nimmt hier niemand ernst. Man wundert sich höchstens, warum der Deutsche tatsächlich pünktlich zu dem Termin erschienen ist. Entweder man kommt viel zu spät oder gar nicht; dann trifft man sich eben an einem anderen Tag.

-   Die Qualität vieler Produkte ist sehr schlecht. Gute Qualität gibt es nur über teure Importe. Wenn irgendwo "Industria Paraguaya" draufsteht, Vorsicht... Eine Nagelschere z.B. gibt es für 1 Euro, aber Sie können diese ebensogut fabrikneu in den Mülleimer werfen. Das gilt auch für die Qualität von Handwerkern. Was da für Pfusch abgeliefert wird, ist schier unglaublich. Jeder Elektro-Lehrling in Deutschland würde angesichts der Kabelführung vieler paraguayischer Häuser schreiend davonlaufen. Wenn mal etwas zu reparieren ist, läuft es meistens so, daß zwei Leute kommen, ein, zwei Stunden herumrätseln und -probieren und dann wieder abziehen, weil sie z.B. noch einen anderen Motor besorgen müssen. Auf deren Rückkehr können Sie lange warten...

-   Die Supermärkte sind zwar gut mit Standardprodukten ausgestattet (Lebensmittel, Pflegemittel, häufige Gebrauchsgegenstände u.s.w.), aber bei einigen Dingen werden Sie verzweifelt suchen und eventuell nie fündig werden. Es gibt z.B. jede Menge kleiner Elektrogeschäfte, die haben aber alle mehr oder weniger die gleichen oft gebrauchten Artikel. Wenn Sie z.B. ein spezielles Internet-Verlängerungskabel brauchen, müssen Sie sich das womöglich extra aus Deutschland mitbringen lassen. Etwas ähnliches wie gepflegte Fußgängerzonen oder Gewerbegebiete suchen Sie in Paraguay vergeblich. Wie gesagt, jede Menge kleiner Geschäfte, aber die Inhaber haben von kaum etwas eine Ahnung.

-   Geld verdienen kann man so gut wie vergessen in Paraguay. Da gibt es nur ganz wenige Bereiche, wo man meiner Meinung nach als Ausländer investieren sollte, z.B. im Bereich Vermietung schön eingerichteter Häuschen. Sie sollten also genug Geld hierher mitbringen (und sich dieses auch nicht von den zahlreich vorhandenen windigen Geschäftemachern abjagen lassen - "willst du Abzocker sehn, mußt du nach Paraguay gehn"). Aber wenn Sie wirklich soviel Geld haben... wäre dann nicht ein angenehmeres Land als Paraguay eine bessere Wahl?

-   Das ganze Land ist eine einzige Freiluft-Disco. Warme Temperaturen, fehlende Gesetzgebung, billige Lautsprecherboxen und völlige Rücksichtslosigkeit machen die Städte zu unvorstellbaren Lärmquellen, oft genug auch mitten in der Nacht. Selbst auf dem Land können mehrere hundert Meter Abstand zum Nachbarn zu wenig sein. Glauben Sie mir, es ist die HÖLLE!

Nach meinen Erfahrungen hat das Land durch zahlreiche geschönte Internet-Homepages und -Foreneinträge ein unverdient positives Image in Deutschland. Deren Autoren wollen aber meist nur an Paraguay-Neuankömmlingen verdienen, z.B. durch Immobiliengeschäfte.  In der Realität befindet sich Paraguay seit mindestens 15 Jahren auf dem absteigenden Ast. Eher interessant sollten in Südamerika Länder wie Uruguay, Chile oder Argentinien sein. Ich habe einige Tage Brasilien besucht, dort ist es zwar ein bißchen teurer, aber die Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten, die Sauberkeit, alles das war ein unbeschreiblicher Kontrast zum ärmlichen Paraguay.



Falls Sie sich jetzt nach meiner Negativ-Auflistung nicht abhalten lassen, an eine Auswanderung nach Paraguay zu denken:
   
1. Es gibt andere Länder zum Auswandern
   
 2. Ich habe Sie gewarnt
   


Lutz Brodthuhn (Name geändert)

Link zum Auswärtigen Amt:
http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Paraguay/Sicherheitshinweise.html

Quelle:
http://tinyurl.com/armww2e

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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #2 am: August 19, 2014, 11:17:32 Nachmittag »
Armut und Korruption in Paraguays Hauptstadt Asuncion

Von Victoria Eglau

Paraguay gehört zu den korruptesten Staaten Lateinamerikas. Auch der kürzlich abgesetzte Präsident Fernando Lugo bekam das Problem nicht in den Griff. Bis heute verschwindet Geld, das für Armutsbekämpfung oder den Ausbau von Infrastruktur gebraucht wird, in dunklen Kanälen.

Die Ärmsten der Armen leben an den Ufern des Paraguay-Flusses und an den Rändern der Bäche. (picture alliance / dpa / Andres Cristaldo)

Paraguays Nationalkongress ist in einem Gebäude aus Beton und Spiegelglas untergebracht, gelegen zwischen dem Zentrum der Hauptstadt Asunción und dem Fluss Río Paraguay.

Neben dem Parlament ragt das Monument eines Befreiungshelden hoch zu Ross auf, daneben: ein Aussichtspunkt. Von hier aus können Besucher zwar runter zum Fluss schauen, ein Spaziergang am Ufer ist aber nicht ohne Weiteres möglich. Denn gleich unterhalb des Parlaments beginnt das Armenviertel, Chacarita - ein No Go-Gebiet für jeden Fremden.


"Viele Jugendliche aus unserem Viertel sind drogenabhängig, deshalb stehlen sie. Wir Bewohner von Chacarita sind eigentlich gute, ehrliche Arbeiter. Aber es gibt heute viele Dealer, die unsere Jugend zerstören. Die Abhängigen rauben dann hier im Viertel und in der Innenstadt die Leute aus."
erzählt Fabian Balbuena, ein untersetzter Mann in Sporthemd, Shorts und Plastikschlappen. Der Fünfzigjährige wurde in Chacarita geboren. Er hat sich nahe des Reiterstandbilds ins Gras gesetzt. Auch ein paar Mütter und Kinder sind in die kleine Grünanlage gekommen.

Balbuena lässt den Blick über das Viertel schweifen: unasphaltierte Wege, armselige Behausungen aus Sperrholz mit Wellblechdächern, dazwischen ein paar Bäume. Der Kontrast zum modernen Parlamentsbau weiter oben könnte nicht größer sein.

Nicht einmal einen Kilometer von dieser Schnittstelle zwischen Elend und Macht entfernt, im historischen Zentrum von Asunción, befindet sich die Redaktion der Tageszeitung Última Hora.

Hier, in einem von Neonröhren erhellten Großraumbüro mit roten Wänden und Dutzenden von Holzpulten arbeitet Erwin Gomez. Er ist seit sechzehn Jahren Lokalreporter. Die krassen sozialen Gegensätze in Paraguays Hauptstadt sind ihm vertraut.

"Die Stadtverwaltung räumt besseren Gegenden Priorität ein, etwa den Vierteln, in denen sich Hotels befinden. Aber sie vergisst den anderen Teil Asuncións. Das heißt, es gibt eine VIP-Zone und einen vernachlässigten Teil der Stadt."

Der bärtige Erwin Gomez trägt sein Haar schulterlang. Auf seiner Weste prangt das Logo der Zeitung. Als Reporter ist Gomez oft in jenem vernachlässigten Teil von Asunción unterwegs, in den sich andere Hauptstädter nie verirren. Die Ärmsten der Armen leben an den Ufern des Paraguay-Flusses und an den Rändern der Bäche.

"Wenn es regnet, verwandeln sich diese Rinnsale voller Abfall und Abwässer in reißende Gewässer, es kommt zu Erdrutschen. Oft stürzen nahegelegene Häuser ein. Deswegen fordern die Anwohner jetzt Schutzmauern. Offiziell darf zwar niemand direkt an den Bächen wohnen. Aber die Realität ist nun mal, dass sich viele Leute schon vor Jahren dort niedergelassen haben. Die Stadtverwaltung hat weggeschaut. Deswegen muss sie nun in die Sicherheit dieser Menschen investieren."

Doch Asuncións Stadtregierung hat wenig Geld für Investitionen. Die Hälfte der Einwohner zahlt ihre Steuern nicht. Viele auch deshalb nicht, weil die Infrastrukturmängel so groß seien, sagt Erwin Gomez - und das nicht nur in den Elendssiedlungen.

"Es gibt ganze Stadtteile ohne Abwassersystem. Dort fließen die Abwässer einfach die Straße hinab. Wenn es ein Unwetter gibt, steht ein großer Teil der Viertel unter Wasser. Häuser werden überschwemmt, der Verkehr kommt zum Erliegen. Hier müsste die Stadt investieren, aber das ist offenbar unmöglich. Manch einer sagt mir: ich zahle Steuern für die Instandhaltung der Bürgersteige, aber das Trottoir vor meinem Haus ist völlig kaputt! Oder: ich zahle Steuern für die Straßenreinigung, aber hier ist noch nie ein Straßenfeger vorbeigekommen."

Mit einem der altersschwachen, ohrenbetäubend lauten Busse von Asunción geht es ins Bañado: eine langgestreckte, wild wuchernde Elendssiedlung - ebenfalls direkt am Paraguay-Fluss gelegen. Bañado heißt "gebadet" - der Name spielt auf das Hochwasser an, das die flussnahen Viertel oft überflutet. Die Zahl der Bewohner kann nur geschätzt werden - von dreißigtausend Menschen ist die Rede.

Domingo Alonso läuft über schlammige Wege und grüßt Nachbarn, die vor ihren Häuschen aus meist unverputzten Ziegelsteinen sitzen. Obwohl der letzte Regen schon ein paar Tage her ist, muss der Vierzigjährige mit seinen Flipflops immer wieder über riesige Pfützen steigen. Mopeds fahren vorbei, hin und wieder auch ein Pferdekarren.

Wenn Domingo Alonso lächelt, sieht man, dass ihm die Eckzähne fehlen. Hier, im südlichen Bañado, ist er aufgewachsen, und hier koordiniert er heute ehrenamtlich ein Jugendzentrum: das Centro Comunal Santa Ana.

Im kahlen Versammlungsraum des Ziegelbaus hängen mehrere Ventilatoren an den Wänden, wegen der Hitze laufen sie auf Hochtouren. Alonso schiebt sich einen Stuhl heran und erzählt von der Entstehung des Viertels:

"Einige Familien leben schon seit dreißig, vierzig Jahren nahe des Flussufers. Die meisten sind aus Kleinstädten oder vom Land nach Asunción gekommen, um hier ein besseres Leben zu suchen. Die Familien sind gewachsen, ihre Kinder haben ebenfalls im Bañado gebaut - auf Land, das dem Staat gehört. Die wenigsten bauen ihre Häuser gleich aus Ziegelsteinen, die meisten fangen mit Holz an, mit Pappe oder ähnlichem."

Domingo Alonso kennt Familien, die ihr komplettes Holzhaus wegtragen, wenn das Hochwasser kommt. Immerhin ist das Viertel ans Strom- und Wassernetz angeschlossen: die Bewohner haben es von den Behörden beharrlich eingefordert. Für die Urbanisierung des Bañado war die Selbstorganisation der Nachbarn entscheidend. Heute gibt es außerdem ein paar asphaltierte Straßen, Schulen, Kirchen und Jugendzentren, wie das Centro Comunal Santa Ana.

"Hier können die Jugendlichen aus dem Viertel lesen, am Computer arbeiten, Musik hören oder in Ruhe für die Schule lernen. Ich glaube, unser Ziel hat sich erfüllt: einen Ort zu schaffen, an dem die jungen Leute sich frei fühlen und ihre Fähigkeiten entwickeln können. Es bewegt mich, zu sehen, wie dieses Zentrum ein Teil ihres Lebens geworden ist, und wie sie hier entdecken, dass sie anderen nützlich sein können. Einige unserer Freiwilligen haben selbst manchmal kaum etwas zu essen, und wollen trotzdem etwas für die Gemeinschaft tun."

An diesem Sonntagnachmittag bereiten die Jugendlichen ein Festival vor, das am Abend stattfinden soll: mit Gesangs- und Tanzeinlagen, mit Aufklärung über Drogen und AIDS. Auf der Straße dröhnt bereits jetzt Musik aus einem großen Laut-sprecher. Liz Cardoso, 18, und Gustavo Jimenez, 19, kommen in den Versammlungsraum. Gustavo trägt Shorts und eine Baseballkappe, Liz hat enge Jeans und ein rotes T-Shirt an, auf das ihre dunkle Lockenmähne fällt.

"Unser größtes Problem in diesem Viertel ist, dass es einen schlechten Ruf hat. Wir Jugendlichen aus dem Zentrum versuchen, diesen Ruf zu verbessern. Die Presse berichtet immer nur über die Drogenabhängigen, Dealer und Prostituierten. Wir wollen dieses Image ändern. Denn hier leben viele junge Leute, die arbeiten, die sich in der Kirche oder in Jugendgruppen engagieren, die allein oder mit Hilfe ihrer Familie vorankommen."

Liz hat einen Gelegenheitsjob, sie macht Telefonumfragen. Viel lieber aber würde sie Kriminalistik studieren. Gustavo sucht Arbeit, seit er letztes Jahr das Abitur ge-macht hat.

Die Stadtverwaltung von Asunción ist in einem Hochhaus im modernen Norden der Stadt untergebracht. Davor blühen rosarote Bougainvilleas. Im Wind flattert die blau-weiß-rote Flagge Paraguays. Die hohe Eingangshalle wird von einer Stadtansicht in Schwarz-Weiß und von attraktiven Farbfotos von Asunción dekoriert.

Im ersten Stock befindet sich, hinter einer Glastür, das Büro der Vizepräsidentin der Stadtverordnetenversammlung. Karina Rodriguez hat glattes, blondes Haar, trägt Jeans und ein langärmliges T-Shirt. Auf ihrem Schreibtisch liegen gleich zwei Terminkalender. Die 35-jährige Lokalpolitikerin vom Linksbündnis Frente Guasu hat viel zu tun, seit im Juni ihr politischer Chef, Paraguays Präsident Fernando Lugo, vom Nationalkongress abgesetzt wurde. Schlechte Amtsführung warfen die traditionellen Parteien dem politischen Newcomer vor, der 2008 sechs Jahrzehnten Herrschaft der rechten Colorado-Partei ein Ende gesetzt hatte. Viele Paraguayer sehen Lugos Absetzung als parlamentarischen Putsch. Gewählt wird aber zum vorgesehen Termin im kommenden April.

"Wir arbeiten intensiv für die Wiederherstellung der Demokratie im nächsten Jahr. Aber wir kämpfen auch dafür, dass die Sozialprogramme, die unter Lugos Regierung in Paraguay eingeführt wurden, fortgesetzt, beziehungsweise wieder aufgenommen werden. Die Volksküchen in den Armenvierteln etwa haben seit drei Monaten keine Lebensmittel mehr bekommen. Das bedeutet, dass Hunderte Familien ihr tägliches Mittagessen nicht mehr bekommen."

Traditionell bestimmt Klientelismus die Sozialpolitik in Paraguay: Unterstützung für die Armen im Tausch gegen Wählerstimmen. Unter Präsident Fernando Lugo, sagt Lokalpolitikerin Rodriguez, sei die Hilfe stärker institutionalisiert worden - jetzt befürchtet sie eine Rückkehr der alten Praktiken.

"Viele Arme sind darauf angewiesen, sich mit bestimmten Politikern zu verbünden, um Unterstützung zu erhalten - und zahlen dafür bei Wahlen mit ihrer Stimme. Wir haben den Menschen gezeigt, dass sie ein Recht auf Hilfe haben, dass das eine Politik des Staates sein muss, und nicht ein Gefallen von irgendeinem Minister oder Bürgermeister."

Auf der Fahrt von der Stadtverwaltung Richtung Flughafen ziehen draußen Shopping-Center, Autohäuser, Villen und Hotels vorbei. Im Bus bieten ärmlich gekleidete Verkäufer Obst, Süßigkeiten und sogar Waschpulver zum Verkauf an. Dann taucht rechterhand eine riesige Baugrube auf.

Hier, an der Avenida Aviadores del Chaco, entsteht das Word Trade Center Asunción - ein Bauprojekt, das wie kein anderes den Aufschwung des nördlichen Teils von Paraguays Hauptstadt symbolisiert. 2015 soll der Komplex fertig sein - vier zwanzigstöckige Bürotürme.

Victor Cálcena, dessen Immobilienfirma Capitalis bereits drei Viertel der Büros verkauft hat, ist Anfang vierzig und dunkelblond, in seinem hellblauen Hemd hängt eine verspiegelte Sonnenbrille. Der Unternehmer sitzt in einem Container auf der Baustelle am Planungstisch.

"Wir haben vor Jahren angefangen, diesen Teil von Asunción als Unternehmensstandort zu entwickeln. Wie auch in anderen Großstädten der Welt, gibt es hier eine Verlagerung der Firmen aus dem historischen Zentrum in die Nähe der Villenviertel. Die neuen Investitionen haben das Antlitz von Asunción völlig verändert. Heute ist dies eine andere Stadt als noch vor 15 Jahren, vor allem wegen Paraguays boomender Landwirtschaft. Die meisten Firmen in Asunción sind Soja-Exportunternehmen, gefolgt von Mobiltelefonanbietern."

Eine kleine Schule in einem Armenviertel in Luque, am Stadtrand von Asunción. Hier führt das Zentrum für rechtliche Studien, eine Nichtregierungsorganisation, ein Anti-Korruptions-Projekt durch. Laut Transparency International gehört Paraguay zu den korruptesten Ländern der Welt, und dieses Übel ist eine der Ursachen der Armut. Schon die Kinder sollen sensibilisiert werden - Soledad Rojas spricht mit einer dritten Klasse:

"Wir müssen alle darüber wachen, dass unsere Rechte nicht missachtet werden. Ihr habt ein Recht darauf, jeden Tag hier in der Schule ein Glas Milch und Kekse zu bekommen, und ihr habt ein Recht auf Unterrichtsmaterial. Also müsst Ihr kontrollieren, ob die Milch und die Buntstifte in gutem Zustand bei euch ankommen. Und wenn nicht, habt ihr das Recht, es einzufordern."

Nach der Schulstunde erzählt Soledad Rojas von den korrupten Praktiken bei der Auftragsvergabe des Bildungsministeriums an Firmen, die Schulmilch und Materialien liefern.

"Es gibt immer wieder Probleme mit der Verteilung und der Qualität. Und das verursacht immens hohe soziale Kosten. Denn für die Eltern dieser Kinder bedeutet die Schulmilch, genauso wie das kostenlose Unterrichtsmaterial, einen großen Anreiz, ihre Kinder in die Schule zu schicken."

Und nur durch Bildung, sagt die Mitarbeiterin der NGO, könnten Menschen die Armut überwinden.

In der Redaktion der Zeitung Última Hora im Zentrum von Asunción schreibt Erwin Gomez gerade einen Artikel. Nachdenklich schaut der Lokalreporter von seinem Computer auf.

"Für mich sind die Straßenkinder und die Elendsviertel die Folge von Korruption. Zur Zeit wird in Asunción eine Uferstraße gebaut. Mit dem Geld, das durch Korruption verschwindet, müsste man all den Menschen, die am Fluss leben, woanders ein neues Zuhause schaffen, damit sie nie wieder dorthin zurückkehren."

Quelle:
http://tinyurl.com/cp5dbn2
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #3 am: August 19, 2014, 11:34:52 Nachmittag »
Träume und Wahrheiten
   
Traumland Paraguay? Möglich, aber sicher nicht für Träumer!


Paraguay umgibt ein dichter Nebel aus Halb- und Falschinformationen.

Die einschlägigen Internet-Foren sind verseucht mit anonymen, selbsternannten Experten, Kennern und Universalgenies, die zu jedem Thema eine Meinung haben, auch wenn diese mit den Bedingungen und der Realität in Paraguay rein gar nichts zu tun haben.

Schauen Sie mal in so ein Forum rein, und Sie werden feststellen, dass auskunftsuchende Anfrager angepöbelt und brüskiert werden, Verleumdung, üble Nachrede und Diskreditierung Andersdenkender auf niedrigstem intellektuellen Niveau gängiger Konversationsstil sind und .... verifizierte Informationen suchen Sie dort in aller Regel vergeblich.

Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: ich will Paraguay weder schlecht machen noch Sie davon abhalten, ebenfalls nach Paraguay auszuwandern. Wir leben in Paraguay, arbeiten hier, haben hier Kinder und ein Heim. Wir sind hier glücklich im Kreise unserer Familie und mit unseren Freunden, und ich würde niemals wieder zurückgehen. Ich weiss, dass die nachstehenden Kommentare dem einen oder anderen gegen den Strich gehen werden, dass dem einen oder anderen meine offene Art vielleicht nicht gefällt. Mir ging es damals genauso, aber mittlerweile weiss ich, dass Mahnungen, die Augen offenzuhalten und sich die Dinge nicht schön zu rechnen, angebracht sind. Was ich hier sage, ist meine persönliche Erfahrung, die ich immer noch so erlebe, immer noch so erfahre, und die auch meine paraguayische Frau bestätigt.

Wenn Sie also eine offene und ehrliche Einschätzung zum Leben in Paraguay hören wollen, zumal von Leuten, die hier leben und ARBEITEN, so lesen Sie bitte ruhig weiter....

1. Das Leben in Paraguay ist so günstig

Falsch. Ist es eben nicht. Man sollte sich davor hüten, die Preise hier vor dem Hintergrund des Euro-Einkommens zu bewerten, das mit der Übersiedlung nach Paraguay in vielen Fällen versiegt.

Die allermeisten Sachen hier sind im Verhältnis zum Einkommen, und so muss man das realistischerweise betrachten, erheblich teurer als in Deutschland.
Der Mindestlohn liegt hier beispielsweise bei etwa 1,6 Millionen Guaraníes pro Monat, und nur wenige bekommen den, wenn sie überhaupt ein Einkommen haben.

Ein Liter Diesel kostet etwa 5.600 Guaraníes. Ins Verhältnis gesetzt wäre das in Deutschland bei einem Netto-Einkommen von 2.500 Euro ein Liter-Preis von knapp 8,75 Euro. Zahlen Sie soviel? Ein Kilo Tomaten: 6.000 Gs bzw. (im Verhältnis) 9,40 Euro, 1 Liter Milch umgerechnet 5,50 Euro.
So muss man die Preise vergleichen. Alle anderen Vergleiche hinken, und man macht sich etwas vor.

Als Lehre daraus sollte man sich davor hüten, sein Kapital vorschnell zu investieren und lieber haushalten, die hiesigen hohen Zinsen von bis zu 16% (bei ebenfalls hoher Inflation von offiziell 7-8%) nutzen, abwarten, lernen und anschliessend bewusst und ruhig agieren.

2. Geschenkt ist noch zu teuer

Exemplarisch für diese falsche Vorstellung ist, dass viele Urlauber nach Paraguay kommen und erwarten, dass hiesige Geschäftsleute sie umsonst bedienen. Preise insbesondere hart arbeitender deutscher Anbieter (ich rede nicht von Anbietern überteuerter Immobilien) werden hinterfragt, als überhöht kritisiert, die realen Kosten der Dienstleistungen und das unvergleichbar erhöhte Geschäftsrisiko bei niedrigen Erträgen gar nicht begriffen.

Einwanderungsberatung, Immobiliensuche, Besichtigungstouren, Abhol- oder Bringservice, Einkaufshilfe, Kontakt- und Know How-Vermittlung, Übersetzungen, technischer Rat,.... umsonst bitteschön!

Bekommt man das auf Mallorca oder in der Türkei auch umsonst? Oder in Spanien oder in Thailand? Eben! Man würde es nicht erwarten und auch gar nicht auf die Idee kommen, dass es so sein könnte.

Und auch hier wird nur mit Wasser gekocht! Ohne soziales Netz, Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Krankengeld, ohne BU-Versicherung, ohne Hartz IV, ohne Kindergeld - zu 100 % eigenverantwortlich und das mit Stolz.

Die Leute, Deutsche oder Nichtdeutsche, die hier wohnen und arbeiten, um ihre Familien zu ernähren, sind freundlich und leistungsbereit. Allerdings haben sie eine Gewinnerzielungsabsicht (wie Sie in Ihrem regulären Arbeitsumfeld) und nicht nur das Bestreben, dem Neuzuwanderer oder Urlauber alle Probleme abzunehmen. Ich halte das für legitim.

Glauben Sie bitte nicht, ich übertreibe hier. Sie würden nicht für möglich halten, was man so alles erlebt...

Es gibt in Kommentaren zum Bauvertragsrecht in Deutschland amüsante Zitate zur "Schenkungsvermutung der deutschen Bauwirtschaft".

Hier in Paraguay kämpfen wir einen ungleichen Kampf gegen die "Schenkungsvermutung" potentieller Neuzuwanderer und selbsternannter "Kenner" Paraguays.

(Etwas Zynismus sei erlaubt, ... muss ja mal gesagt werden zur Ehrenrettung vieler Deutscher, die hier bei vollem Eigenrisiko etwas aus dem Boden stampfen und sich jeden Tag hart ihr Geld verdienen...)

3. Da kann ich dann schon irgendetwas arbeiten

Selten so gelacht!Was denn? Paraguay ist ein tolles Land, liebenswert, mit phantastischen Menschen. Paraguay hat aber fast keine Industrie. Es hat einen sehr kleinen Binnenmarkt mit etwa fünf Millionen Menschen, von denen sicher mehr als die Hälfte kein geregeltes Einkommen haben. Ein weiterer Teil lebt an oder unter der Armutsgrenze. Paraguay ist ein reines Agrarland, das zudem noch von findigen Brasilianern und Mennoniten dominiert wird, was den Getreideanbau, die Milch- und Viehwirtschaft betrifft.
Handwerksarbeiten werden i. d. R. innerhalb der Familie vergeben oder selbst erledigt. Wo, bitteschön, sieht ein Bankangestellter, Chemiefacharbeiter, Lehrer, CNC-Dreher, usw. hier eine Lücke für einen nachhaltigen Lebenserwerb?

So, das war hart, aber die Richtung stimmt.

Wer sich hier seinen Hobbys widmen möchte oder sich selbst finden, aussteigen, Selbstversorger versuchen, seinen Lebensabend mit einer Pension verbringen, der ist hier richtig und wird glücklich werden.

Es ist zwar korrekt, dass es hier auch Beispiele von erfolgreichen Existenzen gibt, aber die basieren alle auf sehr harter Arbeit, Kapitaleinsatz, Knowhow, Beziehungen und Selbstbeschränkung.

Viele Deutsche, i. d. R. keine Profis, betreiben gutgehende Restaurants, andere arbeiten in Nischen mit Ziegenprodukten, Räucherwaren, Brotwaren, usw.

Diese "naheliegenden" Bereiche sind aber abgedeckt, so dass eine Geschäftsidee schon sehr gut sein muss, um nicht am Ende einen weiteren Immobilienverkäufer hervorzubringen, ohne, dass ich diesen Berufszweig diskreditieren möchte. Es ist nur so, dass ein kleiner Markt nur eine gewisse Anzahl an Immobilienhändlern verträgt.

Warum meinen Sie, ist es wohl so, dass von den in der Kolonie Independencia existierenden sieben Restaurants drei zum Verkauf stehen und eines geschlossen hat? Warum sucht eine Bäckerei mal wieder einen neuen Besitzer? Das nennt man Marktbereinigung, und es sollte Ihnen eine Warnung sein, rosaroten Träumen nachzuhängen, dass man mit einer Cocktail-Bar DEN Hit landen könnte (war übrigens mal unsere eigene naive Idee...)

Für gelernte Handwerker, die Qualität abliefern und ein ins Gefüge passendes Einkommen ansetzen, sehe ich dagegen gute Chancen, dass sie sich den Lebensunterhalt verdienen können.

Das Thema ist weitläufig, und es sprengt den Rahmen, es an dieser Stelle noch weiter auszuführen. Auf Wunsch beraten wir Sie jedoch individuell und im Detail.
Wer sich hier seinen Hobbys widmen möchte oder sich selbst finden, aussteigen, Selbstversorger versuchen, seinen Lebensabend mit einer Pension verbringen, der ist hier richtig und wird glücklich werden.

Es ist zwar korrekt, dass es hier auch Beispiele von erfolgreichen Existenzen gibt, aber die basieren alle auf sehr harter Arbeit, Kapitaleinsatz, Knowhow, Beziehungen und Selbstbeschränkung

Viele Deutsche, i. d. R. keine Profis, betreiben gutgehende Restaurants, andere arbeiten in Nischen mit Ziegenprodukten, Räucherwaren, Brotwaren, usw.

Diese "naheliegenden" Bereiche sind aber abgedeckt, so dass eine Geschäftsidee schon sehr gut sein muss, um nicht am Ende einen weiteren Immobilienverkäufer hervorzubringen, ohne, dass ich diesen Berufszweig diskreditieren möchte. Es ist nur so, dass ein kleiner Markt nur eine gewisse Anzahl an Immobilienhändlern verträgt.

Warum meinen Sie, ist es wohl so, dass von den in der Kolonie Independencia existierenden sieben Restaurants drei zum Verkauf stehen und eines geschlossen hat? Warum sucht eine Bäckerei mal wieder einen neuen Besitzer? Das nennt man Marktbereinigung, und es sollte Ihnen eine Warnung sein, rosaroten Träumen nachzuhängen, dass man mit einer Cocktail-Bar DEN Hit landen könnte (war übrigens mal unsere eigene naive Idee...)

Für gelernte Handwerker, die Qualität abliefern und ein ins Gefüge passendes Einkommen ansetzen, sehe ich dagegen gute Chancen, dass sie sich den Lebensunterhalt verdienen können.

Das Thema ist weitläufig, und es sprengt den Rahmen, es an dieser Stelle noch weiter auszuführen. Auf Wunsch beraten wir Sie jedoch individuell und im Detail.

4. Da brauche ich nicht viel zum Leben

Man kann sagen, dass ein Ehepaar, ggfls. auch mit Kleinkind, hier durchaus normal und gut von 6,5 Millionen Guaraníes leben kann. Das sind nach heutigem Umrechnungskurs von 5.750 Gs pro Euro etwa 1.130 Euro pro Ehepaar oder 565 Euro pro Erwachsener.

Normal leben heisst für mich, dass man regelmässig zu Hause kocht und isst, hin und wieder mal ein Restaurant besucht und im übrigen so lebt, wie normale Leute der Mittelschicht in Deutschland auch. Kein Luxus aber gehobenes Niveau.

Enthalten in unserem Ansatz sind alle Einkäufe für Küche und Bad, Miete, Strom, Wasser, Kontoführung, Telefon, Kabel-TV, Internet, Kreditkarten, Lebens- und Unfallversicherungen in Deutschland, Krankenversicherung, Medikamente, Autosteuer, -versicherung, -reparaturen, Treibstoffe, Freizeit, Kleidung, Restaurantbesuche. Jetzt alle Einzelpreise aufzuführen, würde zu weit führen und wenig bringen, oder wissen Sie aus dem Kopf, was ein Pfund Paniermehl in Deutschland kostet?

Ein weiteres Kind würde durch Mehrkosten inkl. Krankenversicherung, Schulkosten (Privatschule, Uniform, Schultransport, Bücher, etc.), Kleidung, usw. mit etwa 1 Million zu Buche schlagen.

Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, eine Haushaltshilfe einzustellen, so müssen Sie da je nach Ausgestaltung der Vereinbarung 25-30.000 Gs am Tag ansetzen oder 200 - 300.000 Gs pro Monat (6-Tage-Woche; bei Gestellung von Zimmer und Verpflegung). Das klingt wenig, sind aber gängige Beträge in paraguayischen Haushalten (sehen Sie?! Sie profitieren schon von unserer paraguayisch-deutschen Schiene!!)

Ein Gärtner kostet zwischen 30 und 40.000 Gs pro Tag. Vorsicht mit dem Arbeitsrecht! Im Arbeitsrecht gilt in Paraguay bei nachgewiesenem Arbeitsverhältnis die Beweislastumkehr. Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass die Klage des Angestellten unbegründet und die Anschuldigungen falsch sind. In weit über 90 Prozent der Fälle verliert der Arbeitgeber bei Arbeitsrechtsprozessen und zahlt neben seinem eigenen Anwalt den - herabgesetzten - "Anspruch" des Klägers und ggfls. auch dessen Anwaltskosten zzgl. Prozesskosten.

Die Preise des täglichen Lebens steigen seit Monaten stark an, so dass man nicht sklavisch an den genannten Richtwerten festhalten sollte. Saisonbedingt gibt es auch Preisrücksetzer, aber die Tendenz zeigt eindeutig nach oben.

Ein extrem wichtiger Punkt ist in diesem Zusammenhang der Wertverfall des Euros und die sich daraus ergebenden Nachteile bei Leuten (Rentnern), die von diesem Transfer-Einkommen leben!

5. Ich gehe dahin, wo die Deutschen sind. Das ist sicherer

Eigentlich naheliegend. Andererseits mit vielen Nachteilen behaftet. Auch dieses Thema ist weitläufig, so dass ich mich auf ein paar wenige Punkte beschränken will.

Paraguay ist ein atemberaubendes Land, viel grösser als Deutschland, und die "deutschen" Siedlungsgebiete machen einen winzigen Teil aus. Warum sollte ich mich, ohne das Land bereist zu haben, darauf festlegen, Grund und Boden (teurer als anderswo) kaufen und mich in den Kreis integrieren, aus dem ich eigentlich doch ausbrechen wollte?

Wenn Sie sich in Paraguay integrieren wollen, meiner Ansicht nach die Basis für ein glückliches Leben hier, und wenn Sie über die Zugehörigkeit zum Deutschen Skatclub, dem Deutschen Sportverein und dem Kegel- oder Tennisverein hinausgehen wollen, dann wäre es vermutlich angebrachter, in einer Region zu siedeln, wo man mehr unter Paraguayern ist. Auch der Sprache und der kulturellen Integration ist das ganz sicher zuträglicher.

Wer erst einmal erfahren hat, dass man in Independencia eigentlich auch ohne ausländische Sprachkenntnisse zurecht kommt, der wird träge und lernt weder Spanisch noch Guaraní. Damit verschliessen sich dann aber auch Türen zum wirklichen paraguayischen Leben mit seinem Zauber, seinen Anekdoten und Fabeln, seinen Festen, seiner Religion, seinen Witzen, ...

Es gibt den Spruch "Hüte Dich vor Sturm und Wind und Deutschen, die im Ausland sind." Kein weiterer Kommentar.
Leider spült die Flut den Müll immer zuerst an Land, so dass die vielen netten, freundlichen und wirklich hilfsbereiten Deutschen kaum sichtbar sind.

Siedlungsgebiete mit hohem Anteil deutscher Siedler sind anfälliger für Gelegenheitsdiebe, die in jedem Halter eines deutschen Reisepasses einen reichen Mann sehen.

Es gibt mittlerweile Einwanderungsberater in Hülle und Fülle. Eine Handvoll arbeitet seit Jahren und ist äusserst professionell und seriös.

Dann gibt es noch die Sparte "Trittbrettfahrer" und "Abzocker", die, angelockt von angeblich grossen Gewinnmargen mit ihrem radebrechenden Spanisch ahnungslose Touristen mit scheinbar günstigen Angeboten locken, die reale Gebühren und unbestreitbaren Aufwand völlig ausblenden, bis die gutgläubigen Auftraggeber merken, dass nach der Anzahlung gar nichts mehr passiert, die Dokumente verschwunden sind, sie keine Rückmeldungen mehr bekommen, ihre "Experten" auf "unvorhersehbare Probleme" stossen oder jede Menge zweifelhafte Nebenkosten auftreten, ...


Ich selbst bin schon mehrfach angesprochen worden, in solchen Notfällen dann den Karren aus dem Dreck zu ziehen, Hilfestellung und Tipps zu geben.... (umsonst bitteschön)

7. Second Life

Paraguay hat schon seinen Reiz. Es ist schwer zu beschreiben, was den vielen Zuwanderern hier so gefällt, dass sie hier wohnen wollen, denn es gibt unübersehbar viele Probleme, die wir hier mal lieber nicht weiter besprechen wollen.
Recht treffend – zumindest habe ich bisher keine bessere Definition gehört – beschreibt ein ehemaliger Gast und Freund sein Heimweh nach Paraguay: “ein unaufhaltsam anwachsendes Gefühl, wie ein melancholisches Liebeslied”. Danke Axel!

Unter anderem – das haben wir schon gesehen – verleitet der Zauber Paraguays dazu, Vorsicht, Bildung und Menschenverstand der Einfachheit halber durch blinde Naivität zu ersetzen. Fast wie im Himmel: man sieht nur das Gute im anderen. Ist ja auch eine lobenswerte Einstellung, wenn sie denn nur erwidert würde. Obwohl.. auch der “Angesprochene” sieht das Gute im Neuzuwanderer: sein Geld.

Diese vorübergehende Trunkenheit erinnert an eine richtige Sause, wo man mit Gott und der Welt Brüderschaft trinkt, während die Nüchternen nur amüsiert die Köpfe schütteln, bis am nächsten Morgen neben dem Blackout der Kater kommt und der bange Blick, wer denn nun wohl neben einem im Bett liegt.

So, liebe Leute, geht es – im übertragenen Sinne natürlich – hier sehr, sehr vielen lieben Menschen, die eigentlich nur in Frieden hier leben möchten und zu aufgeschlossen auf die vielen Hilfsangebote eingehen. Zumindest, wenn man von gestern noch Unbekannten die Worte "billiger", "gratis" oder "Freundschaftspreis" hört, sollte man doch misstrauisch werden!


Ein weiteres interessantes Phänomen ist, dass sich hier wie in einem Schmelztiegel der Geschichte neben langweiligen “Normalsterblichen” auch jede Menge Ufologen, Anhänger von Erzengeln, Neonazis, Waffen-Freaks, frustrierte Banker, Holocaust-Leugner, Steuerhinterzieher, Chemtrail-Flüchtlinge, Ex-Fremdenlegionäre, Spanien-Rückkehrer, Weltuntergangspropheten, Verschwörungstheoretiker, Neurodermitis-Kranke (und hier -Geheilte), Katzenfreunde und Goldsucher zusammenfinden.

Paraguay als neues Land der unbegrenzten Möglichkeiten, multi-kulti ohne Grüne, der wirklichen Meinungsfreiheit und der gesicherten Abendunterhaltung, wenn man die Toleranz mitbringt, sich auch einmal unbequeme oder unorthodoxe Meinungen anzuhören.

In Deutschland würde dieses Spektrum an Extremen wohl mit Demos und Gegendemos, Kopftuchverbot, Klagen wegen Volksverhetzung und Versammlungsverbot enden. Hier mit ein paar Bierchen, harten Macho-Sprüchen, dem Vergleich von Tatoos, Augenverdrehen und der Freude über die Meinungsvielfalt.

Wenn Sie mal Spass haben wollen, fragen Sie Ihren Gesprächspartner nach seiner Vergangenheit, vor seinem neuen Leben in Paraguay. Sie werden sich wundern, wieviele Geschäftsführer von Unternehmen mit Filialbetrieben, Banker, Prokuristen, Künstler, Sicherheitsexperten, KSK-Einsatzkräfte und dergleichen sie hier finden. Dass Deutschland einen derartigen Abfluss an Führungkräften verkraftet, haut einen schlicht um. Ich jedenfalls habe noch nie mit einem Maurer, einem Obstverkäufer oder einer Sekretärin gesprochen, es sei denn, wir kannten uns schon vor Beginn der neuen Identität.


Mein Bruder, Creme28, erzählte mir einmal von einem süchtig machenden, ehegefährdenden Online-Spiel, Second Life, wo man neue Identitäten annehmen kann und sogar flirten. Hier ist Second Life , aber live und zum Anfassen!!


8. In Paraguay trennen sich viele Paare

Heikles Thema. Hier ein paar gesammelte, nicht repräsentative Meinungen:

"In Paraguay werden die Karten neu gemischt. Viele Partnerschaften, die hier enden, Hand aufs Herz, waren auch in Deutschland nicht mehr das Gelbe vom Ei."

"Woran liegt es denn, dass viele deutsche Männer den paraguayischen Frauen hinterher schauen? Reiner Instinkt und Schwärmerei für alles Schöne! Meist beschränkt es sich ja darauf, aber einige gehen in die Tiefe, haben Verhältnisse, paraguayische Freundinnen, einige wenige auch paraguayische Ehefrauen."

"Hier ist der Wettbewerb härter! Die paraguayischen Frauen sind eben noch weiblicher. Sie sind nicht unbedingt alle hübsch, auch nicht alle superschlank, aber sie sehen noch wie Frauen aus! Ein völlig neues Lebensgefühl! Sie tragen ihr Haar, wie Männer sich die Haare der Frau wünschen: lang! und nicht wie Demi Moore in Die Akte Jane!"

"Paraguayische Frauen tragen figurbetonte, modische Kleidung, und sie wissen sich anmutig zu bewegen. Sie tragen RÖCKE, auch kurze!! Deutsche Frauen wissen vermutlich gar nicht mehr, wie die aussehen oder wo es die gibt."

"Hosen, weite Pullis und Strumpfhosen sind eine tolle, praktische Erfindung, aber hier sprechen wir doch vom Wettbewerb weiblicher Reize und dem Vermögen, das Tier "Mann" in einer Konkurrenzsituation zu halten. Mit Latzhose, kurzen Haaren, Jesus-Latschen und Katze auf dem Schoss kommt man nicht mal aus dem Startblock!"

"Paraguayische Frauen sind witzig, unterhaltsam und selbstbewusst, aber sie haben auch kein Problem damit, in die Rolle der Hausfrau zu schlüpfen, zu kochen, zu putzen, die Kinder zu versorgen, den Mann zu verwöhnen, ihm ein Heim zu bieten und in dem Glauben zu lassen, er wäre der Herr im Hause. Nein! Ich bin kein Sexist!!"


"Ich behaupte, mancher Mann hier, er mag es zugeben oder nicht, schmückt sich mit seiner paraguayischen Gefährtin wie mit einer hübschen Feder. Am Anfang jedenfalls. Später betrügt sie ihn vielleicht, raubt ihn aus oder heiratet ihn. Dann kehrt auch da die Normalität ein, aber nicht so wie in Deutschland!"

"Die letzte Blondine mit tollem langen Haar, die ich in Deutschland sah, war ein Mann!"

Ein schwieriges, emotionsgeladenes Thema, das sicher von der individuellen Lebenssituation und Beziehungstiefe abhängt. Ob das Trennungsrisiko in Paraguay grösser, die Trennungsbereitschaft höher ist, die einheimischen Frauen sexier sind, die deutschen Männer hier ihren zweiten Frühling fühlen?

Ich persönlich vermute, aber das ist meine ganz persönliche Meinung, dass wir auch hier das Phänomen der Realitätsverweigerung sehen, wo mancher Mann dem Irrtum aufsitzt, die attraktive Frau Anfang zwanzig an seiner Seite fahre auf seine Halbglatze, den Bauchansatz, die Erotik des Rentenalters und sein holpriges Spanisch ab.

Gleichzeitig scheint mir Paraguay, hier als Synonym für jeden Neuanfang mit Aufbruchstimmung, Schwung und Euphorie irgendwo auf der Welt, so eine Art "Katalysator" zu sein, der Entwicklungen verstärkt und akzentuiert und damit auch Beziehungen sich schneller entwickeln lässt, in die eine wie die andere Richtung.

Also sollte man für das Scheitern des einen oder anderen in beruflicher, finanzieller oder privater Hinsicht nicht vorrangig die Schuld in Paraguay suchen sondern zunächst einmal unvoreingenommen die eigenen privaten Verhältnisse daraufhin durchforsten, was da in den letzten Jahren so alles unter den Teppich gekehrt, beschönigt oder einfach ausgeblendet wurde.

Ketzerisch könnte man sagen: wenn Sie hier Ihren Mann oder Ihre Frau loswerden (auch das gibt es!), dann seien Sie doch froh, denn diese Beziehung hätte in einer Notsituation doch sowieso versagt! So haben Sie zumindest beizeiten die Chance auf einen Neuanfang und müssen mit dem Schnösel nicht auch noch alt werden!

Was mich andererseits auf die Palme treibt, ist die häufig von i. d. R. erst seit kurzem in Paraguay wohnenden Deutschen ungefragt geäusserte weltmännische Meinung, dass in Paraguay doch sowieso jede (wohlgemerkt: jede) Frau käuflich sei.
Ja, was soll man dazu noch sagen? Zumal, wenn man selbst mit einer tollen paraguayischen Frau seit Jahren glücklich verheiratet ist?
Man kann sich vor so viel Weisheit entweder nur noch verneigen oder zu bedenken geben, dass der, der sich mit Dreck umgibt und für ein paar Guaraníes im Puff-Milieu suhlt, kaum einen anderen Eindruck gewinnen kann.
Derbe Worte, aber ich denke, diese sind bei soviel Arroganz und pauschaler Geringschätzung angebracht.
Einige Leute sollten sich fragen, warum sie eigentlich hier sind und ob sie nicht besser wieder in ihre Heimat zurückkehren sollten, wo doch alles so perfekt ist. Vermutlich, weil sie auch in ihrer Heimat schon unerwünscht waren.
Bei mir jedenfalls rufen solche Kommentare ein spontanes Ekelgefühl hervor, und ich breche den Kontakt zu solchen Leuten rigoros ab. Das kann kein Verlust sein!

9. Euphorie und Naivität schlagen Hirn und Skepsis

Würden Sie in Deutschland einen Hauskaufvertrag unterzeichnen, den Sie nicht gelesen bzw. verstanden haben, den ausgerechnet der Verkäufer Ihnen "interpretieren" will?

Würden Sie einer Urlaubsbekanntschaft, über die sie nichts wissen, Tausende von Euros ins Ausland überweisen, damit diese für Sie vorbereitend Aufträge erteilt, Zahlungen tätigt, investiert - ohne wasserdichte Verträge und Sicherheiten?

Würden Sie das Kapital Ihrer Familie in ein Traumhaus investieren, bevor Ihnen das Baugrundstück gehört?

Nein?

Hier in Paraguay ist das bei Neuzuwanderern durchaus nicht selten.

Verstehen Sie das? Müssen und sollten Sie auch nicht!

Es ginge doch nicht anders? Aber natürlich geht es anders und sicher!

Man könnte wirklich meinen, die Einfuhr des eigenen Gehirns nach Paraguay wäre verboten, und es müsse an der Grenze abgegeben werden.

Manche haben Glück mit dieser absolut unangebrachten Gutgläubigkeit oder Naivität, viele haben aber auch kein Glück, bezahlen für die Missachtung jeglichen gesunden Menschenverstandes, verlieren ihr Geld und klagen, ohne Sprachkenntnisse, ohne Kenntnis des Rechtssystems, ohne grosse Aussicht auf Erfolg, häufig auch noch, um zu allem Überfluss einem korrupten Anwalt in die Hände zu fallen (in Villarrica soll es etwa 600 Anwälte geben, viele sehr professionell und seriös, viele aber auch ohne Aufträge und ohne Aussichten).

Wenn Sie Paraguay eine Reise abstatten, werden Sie auf viele Leute stossen, die eben diese Erfahrungen schmerzhaft gesammelt haben, die auf "die Falschen" gehört haben, welche anonym an irgendeinem Wirtstisch sitzen und ihr "Wissen" und ihre "Hilfe" anbieten.

In Paraguay, gerade hier, läuft Ihnen nichts davon, nur weil Sie Vorsicht walten lassen, lieber noch einmal darüber schlafen, sich absichern und eine weitere Meinung oder auch sachverständigen Rat einholen, denn das ist auch hier sehr wohl möglich, und es wird am Ende erheblich günstiger als vermeintlich wohlmeinende Ratschläge gescheiterter Raubritter.

Einige typische Fehler durch übereiltes Handeln:

- völlig überteuertes Grundstück
- anfechtbarer Kaufvertrag (s. unten)
- Kauf im Einzugsbereich einer Zuckerrohrfabrik (Faulschlamm)
- Kauf in einer Senke oder stauwassergefährdetem Gebiet
- Kauf eines Grundstücks, das nicht dem gezeigten entspricht
- Kauf eines Grundstücks, das dem Verkäufer nicht gehörte
- Kauf eines Grundstücks mit Einspruchsrechten Dritter
- Kauf eines Grundstücks ohne Notar und - bei Nichtbeherrschen der spanischen Sprache - ohne Übersetzung des Kaufvertrages durch einen neutralen, zugelassenen und eingetragenen Übersetzer mit der Gefahr, dass sich eine Vielzahl an unbekannten Bedingungen im Kaufvertrag oder Belastungen auf dem Grundstück finden
- völlig überteuerte und/oder schlechte Bauausführung
- falsche Vorstellung von den Bau-Nebenkosten wie Brunnenbau, Zufahrt, Anbindung an das E-Netz, Kosten der Umzäunung, usw.
- unvorteilhafte Nachbarschaft
- grosse Entfernungen zu Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, usw.
- Nichtpassierbarkeit der Zuwegung bei gewissen Wetterlagen
- ungünstige Lage oder schlechter Boden im Hinblick auf ggfls. angedachte Geschäftsidee
- usw.

Das ist übrigens kein typisch paraguayisches Risiko oder Phänomen. In Deutschland ist das genau das gleiche mit insolventen Bauträgern und betrügerischen Zeitgenossen. Allerdings wird dort niemand derart leichtsinnig und leichtgläubig agieren wie viele es hier tun. Beispiele dafür gibt es zahlreiche.

GRUNDSÄTZLICH - lassen Sie sich da bitte von interessierter Seite nichts anderes erzählen - gilt für alle Notarverträge (Autokauf, Testament, Vollmachten, Grundstücks- und Immobilienkauf, etc.) folgendes:
Bürger, die der spanischen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, müssen zu ihrem eigenen Schutz und damit dieser Notar-Vertrag nicht a n f e c h t b a r ist (bedenken Sie die grausame Konsequenz dieses Wortes für Ihre Zukunft und die Ihrer Familie!!), einen traductor público matriculado, also einen Öffentlich Zugelassenen Übersetzer hinzuziehen, der mit dem Antragsteller und Notar den Text in der Muttersprache des Antragstellers vorbereitet, ihn anschliessend ins Spanische übersetzt und dafür mit Siegel und Namen verantwortlich zeichnet.


Seien Sie in Ihrem eigenen Interesse misstrauisch, wenn man Ihnen als viel günstigeren Übersetzer oder aus Zeitdruck (?) den freundlichen Nachbarn, der schon lange hier lebt, den rührigen deutsch-sprechenden Paraguayer oder gar (kein Witz!) den Vertragspartner anbietet.

Grundsätzlich sind Übersetzungen von Nicht-Profis, die angeblich Geld sparen sollen, Ihre offene Flanke, denn diese haben vor Gericht keinerlei Beweiskraft, genügen nicht einmal den gesetzlichen Anforderungen, und Sie wissen nicht, wessen Interessen diese Leute am Ende wirklich vertreten.
Ausserdem erlangen Sie bei Rechtsgeschäften auf dieser Grundlage keine volle Rechtssicherheit, riskieren die Anfechtung, die möglicherweise sogar geplant ist.


Schlechte Ausgangslage auch für eine spätere Beweisführung gegen Leute, die es von Anfang an auf Täuschung und Übervorteilung angelegt hatten, aber das erfahren Sie erst im Verlauf des Verfahrens, denn Ihr Anwalt will ja auch Geld verdienen und wird Ihren Auftrag nicht wegen schlechter Aussichten ablehnen.

Berücksichtigen Sie diese nachlesbaren Implikationen, wenn Sie den Spar-Tipps mancher Paraguay-Kenner folgen wollen, die nur Ihr Bestes im Sinn haben!

Die Ironie des Dramas ist, dass wirkliche, unbestechliche und fair abrechnende Fachleute, denen am Anfang mögliche Standard-Aufträge vorenthalten wurden, am Ende die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, wobei selbstverständlich erwartet wird, dass sie

- mittlerweile verkorkste und verfahrene Situationen richten,

- rechtliche und vertragliche Fehler heilen,

- mit Misstrauen leben können, das eigentlich die Verursacher des Dramas verdient hätten,

- mit Mindesthonoraren, Sonderpreisen und Abrechnung nach vollständig erbrachter Leistung oder gar in Abhängigkeit vom Erfolg einverstanden sind, da ja schon Unsummen den Haien ins Maul geworfen wurden und man nun schlauer sei.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie durch Sparen am falschen Ende, ausgerechnet bei den wichtigsten und kostspieligsten Entscheidungen, beim Aufbau der Basis Ihrer neuen Existenz, der Sicherung Ihrer Zukunft die spätere Anfechtbarkeit der Verträge, das Risiko überraschender Klauseln oder bewusst falsche oder lückenhafte Übersetzungen juristischer und technischer Fachbegriffe in Kauf nehmen wollen.

Den entsprechenden Gesetzesartikel Nr. 390 finden Sie im Código Civil.

10. Betrogen?

Man liest immer wieder, dass Neuzuwanderer betrogen würden, zumeist sogar von deutschen Landsleuten. Zugegebenermassen tummeln sich in Paraguay eine Menge seltsamer Gestalten mit entsprechend zweifelhaftem Hintergrund. Aber ich persönlich denke, dass die meisten "Betrugsfälle" sich fast zwangsläufig ergeben, weil viele, nicht alle, Neuzuwanderer mit der inneren Einstellung kommen, sie wären hier Ansässigen überlegen. Man kennt alles, weiss alles, braucht im Prinzip keinen unabhängigen Rat. Man hängt sich in Projekte, von denen man nicht die geringste Ahnung hat wie z. B. Rinderzucht, Gastronomie, Aufforstung, Landwirtschaft und vertraut dementsprechend auf Muster-Rechnungen der Anbieter. Man lässt seinem Gefühl freien Lauf und forciert das Tempo, anstatt zuerst einmal die Richtung zu prüfen. Später dann erfährt man, dass andere in der gleichen Gegend für einen Bruchteil des Preises gekauft haben. Dass in dieser Gegend schlechte Anbaubedingungen für Kartoffeln herrschen, dass gerade dort der Baumwuchs unterdurchschnittlich ist, dass es bei der Rindermast viele Variablen und Unwägbarkeiten gibt, die die Rendite relativieren. OK. Und wo ist jetzt der Betrug? Wird erwartet, dass der Anbieter oder Verkäufer sein Produkt schlecht redet, die Risiken und Probleme in den Vordergrund stellt und somit die selbstverständlichen Aufgaben des Käufers oder Investors wahrnimmt? Es gibt Angebot und Nachfrage, und man kann an jeder Ecke, an jedem Haus Preise und Objekte im Angebot erfragen und sich so einen Überblick über Preise und Bedingungen verschaffen. Anschliessend nachzutreten und dem Vermittler oder Verkäufer, der in einem transparenten Markt ein gutes Geschäft gemacht hat, Betrug zu unterstellen, ist nicht immer gerechtfertigt. Aber wer gibt schon gern zu, selbst völlig übereilt, naiv, unwissend und - ja, sagen wir es doch ruhig - grosskotzig gehandelt zu haben. Wie auf der Reeperbahn. Man(n) begibt sich in Gefahr, lässt sich heiss machen, wird im Laufhaus auf die Schnelle um ein paar Hunderter erleichtert, und am Morgen danach kommt der Kater, und man unterstellt den aufreizenden Damen, die man gestern noch aus dem Milieu freikaufen wollte, unlautere Geschäftspraktiken. Etwas mehr Haltung ist manchmal angesagt und etwas mehr Mann/Frau in der Hose.

11. Licht und Schatten


Wo es Licht gibt, gibt es i. d. R. auch Schatten, und wo es viel Licht gibt, gibt es dementsprechend viel Schatten. Aufreizende junge Paraguayerinnen sind für alternde Möchtegern-Casanovas ein gefundenes Fressen. Manchmal ist es ein Arrangement: Jugend für ein angenehmes Leben. Wenn beide volljährig sind, ist da aus meiner Sicht nichts dagegen einzuwenden.
Anders, wenn die jungen Schönheiten eben nicht volljährig sind. Mir selbst, und ich bin kein besonders aufmerksamer Beobachter, sind vier Herren der Schöpfung bekannt, die besonderen Gefallen daran finden, wenn ihre Begleiterinnen "frisch und unverbraucht" sind.

Wie beim Obst auf dem Markt eben, nur widerlicher!

Die Polizei, die Behörden, die Eltern? Spielen in der einen oder anderen Form oftmals mit, solange das Geld stimmt. Wer Beweise hat, kann dies anzeigen, und möglicherweise wird der Sache nachgegangen, denn es gibt entsprechende strenge Gesetze. Sie brauchen dann nur noch Zeugen bzw. Geschädigte, die die Anklage stützen. Na, dann suchen Sie mal...

Zudem kann sich der gutmeinende Beschützer der Armen und Schwachen plötzlich und völlig unerwartet - bei i. d. R. entsprechend schwacher Beweislage und Abweisung der Anzeige - mit einer erheblich aussichtsreicheren und sehr teuren Gegenklage des Angezeigten wegen Verleumdung und übler Nachrede konfrontiert sehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird auch bei den Leuten, die Ihre Klage aufmunternd unterstützt haben, der Gedächtnisverlust einsetzen.

Der eine spricht Schulmädchen auf dem Schul- oder Heimweg an und lädt sie auf einen Abstecher ein. Kurz und knapp und direkt. Muss ja nicht bei jeder klappen, aber bei der einen oder anderen bestimmt. Ein Bier oder zwei, dann läuft alles wie geschmiert.

Ein anderer macht einen Deal mit den mittellosen Eltern und kauft sich sein "Frischfleisch". Irgendwann wird ja auch die 18 Jahre alt, und spätestens dann ist es legal.

Ein Greis mietet sich in einem Stall ein, macht auf Fotograf und zahlt seinen blutjungen Models ein "Honorar", wobei die Höhe in Abhängigkeit von den "Qualitäten" variiert.

Professioneller wird es schon, wenn man eine Bar betreibt, wo insbesondere junge Paraguayerinnen bevorzugten Zutritt haben, wo Alkohol und Joints dann die Atmosphäre schaffen für ein ungezwungenes Beieinander.

Haben Sie schon "gekotzt"? Ich auch.

12. Eine Frage der Ehre

Die Einstellungen der Paraguayer sind, ab einem gewissen Bildungsniveau, absolut identisch mit denen eines Mitteleuropäers. Gewalt, Korruption, Drogenhandel, Steuern, Politiker, Sport, Models, Autos, Sex: Sie würden es kaum merken, wenn Sie "Popular" mit "BILD" vertauschen würden. Wieso dann diese "outlaw" Situation? Wieso die rechtliche Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit, obwohl der Código Civil ans BGB angelehnt ist?

Wenn man bereit ist, tolerant die Existenz einer anderen Lebenswirklichkeit, einer uns fremden Problemlösungsmethode und "Logik" an sich herankommen zu lassen (also runter vom Podest des deutschen Übermenschen!), dann ist es eigentlich einfach: weil jeder im Strom der Reichen und Mächtigen, die ausserhalb des Gesetzes zu stehen scheinen und die Richtung des Landes (übrigens wohl nicht nur hier) bestimmen, mitschwimmen muss, um nicht unterzugehen, und weil jeder sein privates Leben lebt mit seinen eigenen privaten Problemen, die nach "unkonventionellen" Lösungen schreien. Warum soll man päpstlicher als der Papst sein, wenn andere sich durch einen Pakt mit dem Teufel Vorteile schon im Diesseits erschleichen. Es ist ja nur eine kleine Nothilfe. Ansonsten ist man gegen Korruption und Bestechung.

Das Gewerbe blüht. Ein fähiger Anwalt sagte mir einmal, dass seine hervorragende Ausbildung zweitrangig sei, weil Verfahren anders gewonnen oder verloren würden. Die Zulassung sei lediglich die Eintrittskarte, um beim "Jura-Poker" der hohen (Klienten-)Einsätze überhaupt mitspielen zu dürfen. Die Regeln des Spiels stehen dann allerdings weder im BGB noch im Código Civil (kennen Sie den Film "Eine Frage der Ehre" mit Tom Cruise?). Die Gesetze bilden den Rahmen, den Ring. Die Kämpfer richten Ihre Strategie und Taktik dann aber weit weniger an den Paragraphen aus als an der konkreten Konstellation der privaten und kollegialen Kontakte, politischen Verbindungen, Verhandlungsgeschick, wirtschaftlicher Macht und Geld. Soweit so gut. Das ist einfach, und das kapieren wir, wenn es auch einen schalen Nachgeschmack des Ausgeliefert-Seins hinterlässt.

Was lernen wir daraus? Dass man mit seiner typisch deutschen Rechthaber-Mentalität, der Kenntnis der Paragraphen und der formalen Abläufe nicht unbedingt (bzw. gar nicht) sehr weit kommt. Wir lernen zudem, dass man vieles nicht wird "verstehen" können, weil es eben nicht allgemeingültig, nachlesbar, ableitbar, logisch im bekannten Sinne ist sondern von vielen Variablen beeinflusst wird, von denen man als Anhänger des westlichen Rechtssystems aber auch rein gar nichts versteht.

Ich habe mich anfangs immer über die Gelassenheit vieler Anwälte gewundert, wenn ich bei irgendwelchen Verfahren als Dolmetscher verpflichtet war. Andererseits: es ist doch nur ein Spiel, spannend, gut bezahlt und vielleicht sogar süchtig machend. Das Spiel der "Macht" (damit kein Missverständnis entsteht: Sie sind dabei weder Königin noch Läufer oder Turm. Sie sind der Bauer). Und - nicht zu vergessen - der Anwalt gewinnt immer. Beide natürlich. Die Rechnung zahlt der Klient. Einer von beiden. Eigentlich egal, wer. Es gibt zudem nicht wenige ordentliche Deutsche, die dem Anwalt bereits vorab in der legitimen Hoffnung auf einen prompten Sieg einen "Vorschuss" in Höhe einer (fast) lebenslangen Arbeitsleistung (des Anwalts) zahlen. Wo soll da Stress aufkommen?

Nicht vergessen: das Spiel ist vielschichtig, launisch, unberechenbar. Aber mitspielen und gewinnen kann jeder. Eintrittsvoraussetzungen fast egal. Bedingung: man muss sich an die festgelegten Spielregeln halten, oder man fliegt raus. Wie bei "Mensch ärgere Dich nicht".

Vor diesem Hintergrund sollte man einige fällige Klagen gegen Nachbarn und andere Zeitgenossen, die "hinter Gitter gehören" oder einem einfach nur ein Dorn im Auge sind, noch einmal nüchtern überdenken.

Quelle:
http://tinyurl.com/75oyga3

FAZIT:
Die WAHRHEIT liest keiner gern, aber so ist nun mal die Realität im Lande der Guarani ! Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man überhaupt daran denkt nach Paraguay auszuwandern. Kein Auswanderungsland ist so verseucht von zweilichtigen Gestalten eigener Landsleute, die es nur darauf abgesehen haben mit Schönrednerei neue Opfer zu rekrutieren, wie Paraguay !
Seien sie also gewarnt !

Wenn der Klügere immer nachgibt herrscht die Diktatur der Dummen. - Daher gilt: Wo unrecht zu recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. -
Doch bedenke:  Das einzige das einen davon abhalten kann die Wahrheit zu finden, ist zu denken man kenne sie bereits.

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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #4 am: August 19, 2014, 11:37:43 Nachmittag »

Frustperiode.......

Ich sah gerade in den Foren: Nun hat auch Daniel Düsentrieb, der sich selbst als "Kotzbrocken" bezeichnet nach kurzer Zeit die Nase von Paraguay gestrichen voll. Der Dritte mir bekannte im Verlauf eines Jahres. Und dabei hatte Neueinsteiger Daniel anfangs so gute Worte und vermittelte, kaum eingetrudelt, sogleich kleine Geschäftsbetriebe, weil er glaubte, sich auszukennen...

Das hat man nicht selten bei einigen "Frischlingen". Sie, die selbst noch keinen Schimmer davon haben, wie, wo, wann und was in Paraguay eigentlich so richtig abläuft, geraten in die 'richtigen', beratenden Hände und sind von dem neuen Kontakt und dessen angeblichen Verbindungen so angetan, dass sie flugs mit diesem Allinformierten einen Service für neue Einwanderer gründen. Ich erinnere mich da unter anderem an einen der ersten Ossi-Einwandrer, Mr. Donat, der kaum angekommen seinen "Deutsch Paraguayischen Beratungsdienst" gründete oder an Rudi, der mit ähnlichen Ambitionen und übermotiviert mit seiner Helferin "ganz Großes" vorhatte. Beide gingen rascher baden als man gucken konnte...

Warum passiert so was?

Ich denke, zunächst einmal sollte man einen derartigen Servicedienst - so lukrativ das Geschäft zunächst auch aussehen mag - jenen über-lassen, die sich in der neu gewählten Heimat tatsächlich auskennen. Neue Einwanderer zu beraten erfordert viel Erfahrung, eine Menge Landes- und Sprachkenntnisse (damit man nicht ständig auf über-schlaue Dritte angewiesen ist) und man sollte ganz besonders im Umgang mit allen möglichen Behörden gewitzt sein. Mehr als die normalen Eingewanderten, denn eine gewisse Pfiffigkeit (ich nenne das mal so in einem Staat, wo das Aufhalten von Händchen mehr als nur ein Hobby ist) ist absolut von Nöten.

In einem Satz: Man muss seinen Job können (auch ohne Hilfe) sonst sollte man lieber was anderes machen. Fachliche Kompetenz war schon immer der Schlüssel zum Erfolg - wer die die nicht hat, oder - in diesem sehr speziellen Fall - noch gar nicht haben kann, weil ihm der Durchblick im neuen Land fehlt, der sollte Dinge tun, in welchen er (auch in der neuen Heimat, oder gerade dort) besser ist als andere...

Ich predige es auf meinen Webseiten, in meinen Reiseführern und wo immer es geht:

1. Erwarten Sie in Ihrer neuen Umgebung keine Wunder. Wer Paraguay nur aus dem Koffer erlebt (die sogenannten 'Schnupperreisen') über-sieht in seiner Urlaubs-Euphorie nur allzu gerne, dass ihn auch hier einmal der Alltag erwarten wird.

2. Sich hier beruflich zu betätigen (Geld zu verdienen mit dem man dann leben muss) ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Dies gilt für selbständige Betriebe ebenso wie für Jobs oder die Träume, nun endlich Farmer sein zu können.

3. Machen Sie nie den Fehler – falls sie dennoch hier arbeiten wollen oder müssen - ihren Kundenkreis unnötig zu verkleinern, indem sie ausschließlich für die Deutschen im Land Ihren Service anbieten. Bauen sie von Beginn an auf die paraguayische Kundschaft (das gilt auch für Metzger, Hotels, Restaurants usw.). Wenn das wegen mangelnder Sprachkenntnisse ausweglos erscheint: daheim bleiben wäre die bessere Alternative. Oder halt doch die Sprache möglichst perfekt erlernen...

4. Wer auf gewisse Grundeinnahmen in harter Währung zurückgreifen kann (Rente, Mieten, Beteiligungen, Unterhalt usw. usw.), der wird sich mit diesen Problemen kaum herumschlagen müssen. Die Lebens-haltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland enorm niedrig und mit 500 bis 800 Euro kommt man hier schon recht gut über die Runden. Drunter sollte ihre gesicherte Einkunftsquelle jedoch nicht liegen.

5. Das kulturelle Angebot in Paraguay ist gleich Null. Paraguayer mögen das anders sehen als wir Deutschen, aber viele der braven Leutchen sehen schon das Grillen am Wochenende als kulturellen Höhepunkt an. Theater, Konzerte, Freizeitangebote – nicht annähernd vergleichbar mit Deutschland.

6. Freundschaften werden dünn gesät sein, auch wenn das anfangs anders erscheinen mag. Im Laufe der Zeit werden Sie merken, dass die meisten Bekanntschaften dann doch nicht dem entsprechen, was Sie sich so vorstellten und Sie werden in dieser Hinsicht ab nun mit Kompromissen leben müssen.

7. Irgendwann bekommen die meisten Zuwanderer ihren "Durchhänger" und man bereut den Entschluss, ausgewandert zu sein. Diese Phase wird Sie ziemlich sicher in den ersten drei Jahren erwischen. Ich selbst brauchte über sechs Jahre, bis ich mich (wieder) halbwegs wohlfühlte (das erste Jahr war toll...). Es kann also wirklich eine geraume Zeit dauern, bis man Paraguay als neue Heimat - als neues Zu Hause - akzeptiert und sich hier wohlfühlt...

Am Ende - machen Sie nicht andere für Ihren Frust verantwortlich. Niemand hat Sie dazu gezwungen, nach Paraguay einzuwandern. Es war Ihre Idee, sich für ein Exotenland zu entscheiden (andere nennen es Bananenrepublik) und Sie waren es selbst, der diese Zeilen hier gelesen hat und trotzdem meinte, bei Ihnen würde das alles besser laufen. Sie haben sich geirrt - und deswegen ist es Ihre Nase, an die sich sich jetzt fassen müssen...

Nun denn - Grüße an den Rest der Welt. An all die Zufriedenen und weniger Zufriedenen, die bereits hier leben. Und viel Glück wünsche ich all jenen, die gerade erst frisch ins Abenteuer Paraguay starten oder starten möchten...

Quelle:
http://tinyurl.com/bvxc8an
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #5 am: August 19, 2014, 11:47:17 Nachmittag »
DAS WAR DAPYS PARAGUAYBLOG - OHNE SCHÖNFÄRBEREI - SO WIE ES WIRKLICH IST -

Der unwiderruflich letzte Blogeintrag

Als ich im September 2006 anfing den Blog zu schreiben hätte ich mir nie gedacht was daraus wird. Aus einer Laune heraus habe ich angefangen zu schreiben und in relativ kurzer Zeit hatte ich eine stattliche Zahl von Lesern. Zu verdanken hatte ich das am Anfang dem “Antiabzocker-Forum”, wo der Blog veröffentlicht wurde, obwohl ich dort niemanden kannte und bis heute niemanden kenne. Dann kam Oli von Kays-Forum (ein Kenner Paraguays) und hat den Blog seinen Lesern empfohlen, was für mich eine gewisse Genugtuung war.

Immer wieder wurde mein Blog als Lüge hingestellt und das fand in der Gründung eines Anti-Dapy-Blogs seinen Höhepunkt. Ein Forumsbetreiber in Villa Elisa (die Leser werden wissen wen ich meine) war der Meinung, ich sei ein leitender Angestellter der Deutschen Handelskammer in Asuncion, mit der er im Streit lag und hat einen regelrechten Krieg begonnen. Märchenerzähler, Nestbeschmutzer und andere schöne Bezeichnungen waren in diesem Anti-Dapy-Blog zu lesen.  Diesem Blog wurde aber nach kurzer Zeit das Lebenslicht ausgeblasen.

Im Villa Elisa-Forum hat michimmer wieder Justnow2 verteidigt, wofür ich ihm danke.

Es gab aber auch ein paar Mutige, die einen Link des Blogs auf ihre Seiten setzten. Den allen ein herzliches Dankeschön. Als die ganzen Verleumdungsattacken nicht fruchteten versuchte man den Blog tot zu schweigen. Aber das Gegenteil war der Fall, er wurde immer populärer. In den besten Zeiten hatte ich hunderte Zugriffe pro Tag, heute sind es immerhin noch zwischen 50 und 100, was für mich einen grossen Erfolg bedeutet.

Andere wiederum haben meinen Blog von ihren Seiten entfernt, auf Druck von sogenannten “Freunden”. Mein Blog passt nicht in die heile Auswandererwelt. Die meisten Blogbetreiber schreiben aus finanziellen Interesse, obwohl sie das immer wieder energisch von sich weisen.
Es sind dies reine Werbeblogs die geschickt Informationen mit persönlicher Werbung verbinden, umso den Auswanderer für sich zu gewinnen. Je besser man die Information verkleidet, umso seriöser wirkt man und das ist das Um und Auf dabei. Viele verstehen das nicht und nehmen diese heile vorgegaukelte Welt als bare Münze. Ich habe nichts dagegen, aber dazu sollte man dann auch stehen. Daher tut man alles, damit die Einwanderer, die nach Paraguay wollen, nur die Sonnenseiten zu Gesicht bekommen. Den Leuten wird was vorgespielt indem man ihnen vermitteln will, dass man hier 365 Tage im Jahr Urlaub feiert. Man verdient ja mit ihnen und nicht schlecht. Es werden Papiere gemacht, Häuser gebaut, Zimmer vermietet, Immobilien und Autos verkauft etc.. Man vermittelt Kontakte, kassiert Provisionen und der Neuankömmling bedankt sich noch artig dafür.

Andere wiederum vertrauen blindlings ihren Landsleuten und bauen Häuser auf Grundstücken die ihnen nicht einmal gehören oder in schlechten Lagen.  Man vertröstet sie immer wieder mit irgendwelchen fadenscheinigen Ausreden und so wird die Titelüberschreibung immer wieder hinausgezögert. Auch das gibt es.

Ich habe Landsleute gekannt die sich rühmten hier kein Leergeld bezahlt zu haben. Wie sie mir immer wieder sagten haben sie keine grosse Ländereien oder Immobilien gekauft oder sonstige Investitionen gemacht. Als die Banken ab 1995 bis 2002 wie Stehaufmännchen crashten hat es dann auch einige von ihnen erwischt. Nicht nur hunderttausend Paraguayer haben damals ihr Geld verloren, sondern auch Deutsche waren darunter. Das ging bis zu sechsstelligen Dollarbeträgen. Die Banken lockten damals mit hohen Zinsen und so mancher wurde schwach und wollte mitkassieren.

Andere schwelgen in den höchsten Tönen vom Land und wie gut es sich hier Leben lässt, spucken grosse Töne und beteuern immer wieder, nirgendwo anderst mehr leben zu können. Einige dieser Personen haben nicht einmal einen EURO in Paraguay investiert, mieten sich etwas und lassen ihr Geld in weiser Vorsicht im Ausland. Wenn ich schon so von einem Land begeistert bin wie es diese Leute vorgeben, dann kaufe ich mir doch wenigstens ein Stück Grund und Boden und baue mir meine eigenen vier Wände.

Von den vielen Drohungen per mail gar nicht erst zu reden die ich im Laufe der Zeit bekommen habe. Aber nun ist Schluss. Von mir aus kann jeder machen was er will. Ich habe das andere Gesicht aufgezeichnet, das nicht 300 Sonnentage im Jahr verspricht, sondern ein Gesicht das von 50 Prozent der Bevölkerung spricht, die unter der Armutsgrenze lebt. Ein Gesicht, wo jeder der die Möglichkeit hat versucht ins Ausland zu kommen um dort Brot und Arbeit und ein besseres Leben zu finden. Ein Land wo das Überleben für Viele täglich schwieriger wird und ein Kilo bestes Rindfleisch soviel kostet wie ein normaler Arbeiter am Tag verdient.


Verbrechen an Ausländern werden in diesen Blogs tunlichst verschwiegen oder nur am Rande erwähnt, es könnte geschäftsschädigend sein.

Ich habe immer betont, dass mein Blog eine “light Version” ist von den Sachen die hier oft passieren oder passiert sind.


Ich bedanke mich nochmals bei all meinen Lesern für ihre Treue und bei denjenigen die einen Link auf ihren Seiten veröffentlicht haben. Weitere Einträge wird es keine mehr geben.

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr

Dapy
http://tinyurl.com/c4xwvmq

Allen Paraguay interessierten Auswandern ist zu empfehlen, sich durch den Blog zu lesen um der WAHRHEIT über die wahren Verhältnisse etwas näher zu kommen.
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #6 am: August 20, 2014, 12:09:16 Vormittag »
Unter Geiern

Das war doch der Titel eines dieser tollen Winnetou-Filme, die wohl viele von uns als Kinder an Sonntagabenden vor der Mattscheibe fesselten.

Diese Tage sind vorbei, aber die Geier scheinen uns gefolgt zu sein. Hier in Paraguay sind es neben ganz normalen Kriminellen, die hier offenbar in Gruppen einwandern, “Gestrandete” oder an der eigenen Überheblichkeit und Selbstüberschätzung Gescheiterte (bitte beachten Sie, daß ich insbesondere die Zuwanderer ins Visier nehme, nicht unsere Gastgeber hier!), die nun unter dem Deckmantel der Seriosität versuchen, doch noch einen guten Schnitt zu machen. Sie, mein Lieber (meine Liebe), gehen dabei geplant über Bord. Kollateralschaden nennt man das wohl.

Wer die gängigen Ratschläge befolgt, fühlt sich mit der Beauftragung ausgewiesener Fachleute (Anwälte, Übersetzer, Gutachter, etc.) zunächst einmal sicher und gut beraten. Wer kann schon ahnen, daß manche "Fachleute" durchaus willens und in der Lage sind, sich so weit zu prostituieren, daß sie ihre eigene Ehre verkaufen und ihre Zulassung riskieren, um ein paar läppische Guaranies zu verdienen, indem sie ihre Kunden im stillen Einvernehmen mit der Gegenseite übervorteilen, im Unklaren lassen, bewußt falsch informieren und beraten oder sogar regelrecht verkaufen und einen Scheiß auf Ihre anschließenden Probleme oder Fehlinvestitionen oder das Scheitern ganzer Familien geben.

Frage also: wie kann man das vermeiden? Antwort: schwierig!! Denn niemand wird Ihnen auf die Nase binden, daß Sie sein nächstes Opfer sind. Doch, natürlich sind die Leute bekannt, aber das finden Sie schon selbst heraus.

Ihre Devise muß also lauten: INFORMIEREN! Bei der Deutschen Botschaft, bei der Deutsch-Paraguayischen Außenhandelskammer, bei den Notariaten in Ihrer Nähe, und sprechen Sie verschiedene Leute an, die schon Erfahrungen gesammelt haben.

Ich glaube zwar, daß kaum jemand, der hier in Paraguay auf der öffentlichen Bühne steht oder gar schwarze Schafe beim Namen nennt, den anonymen Schmierfinken in den lächerlichen Internetforen entgeht. Wer dort allerdings häufiger auftaucht, über den sollte man dann doch einmal Erkundigungen einziehen. Ich weiß schon, was jetzt kommt….

"Das dauert aber, und wie soll ich das denn machen, und ich bin auch unter Zeitdruck, und ich weiß nicht recht, ob das wirklich erforderlich ist, denn der hat doch eine Zulassung und macht auch einen sehr netten und kompetenten Eindruck……."

Okay, es hat ja auch niemand gesagt, daß ein Betrüger ein Idiot sein muß und ein Schild "Meide mich!" an der Stirn kleben hat.

Gestehen Sie diesen Leuten ruhig auch eine gewisse abartige Intelligenz, Gewieftheit und Können im Ködern ihrer "Kunden" zu.

Und übrigens: in Paraguay kommt niemand unter Zeitdruck. Oder haben Sie schon mal einen Paraguayer in Eile gesehen? Wer hier in Eile kommt, der macht irgendetwas falsch oder wird künstlich unter Druck gesetzt.

Unter Zeitdruck können Sie aber weder vernünftig Erkundigungen einziehen noch Vorlagen und Verträge oder gar Grundstückspapiere prüfen. Sie sehen, daß aufgebauter Zeitdruck durchaus Methode hat.

Sprechen Sie ruhig unverbindlich mit mehreren Leuten aus der jeweiligen Berufsgruppe, deren Dienste Sie benötigen, und vergleichen Sie dann das Geschäftsgebahren, die Aussagen und – ich wiederhole – seien Sie extrem vorsichtig und mißtrauisch, wenn ohne detaillierte Kenntnis der Dinge alles als einfach dargestellt wird, private Beziehungen zu Entscheidungsträgern konstruiert werden und/oder gleich am Anfang Geld gefordert wird. Einfach etwas mehr Ihrem Bauchgefühl vertrauen und vorher fragen, nicht hinterher, um sich im Nachhinein das Bauchgefühl bestätigen zu lassen.

Fast täglich habe ich mit Landsleuten zu tun, die im guten Glauben vermeintliche Fachleute engagiert haben und dann – das ist wirklich ausgesprochenes Pech - an ein schwarzes Schaf der betreffenden Berufsgruppe geraten sind.

Also: holen Sie Informationen, Informationen und nochmals Informationen ein. Hören Sie sich um, was Ihr auserwählter Fachmann sonst so treibt und mit wem er arbeitet.

Leisten Sie Zahlungen AUSSCHLIESSLICH gegen Quittungen mit exakter Benennung des Empfängers und Zahlungsgrundes, und lassen Sie den Empfänger unterzeichnen (neee, ist offenbar hier nicht selbstverständlich).

Unterzeichnen Sie keine “pagare” (das sind Schuldscheine mit direktem Durchgriffsrecht ohne Gerichtsverfahren), ohne sich über die Gefahren und Konsequenzen im klaren zu sein.

Gehen Sie keine Geschäfte ohne notariell geschlossene und neutral übersetzte Verträge ein. Vergessen Sie Friedensrichter, Polizeistationen und andere Pseudo-Autoritäten. Die bringen Ihnen in diesem Fall keinerlei Rechtssicherheit!!

Und.. ganz wichtig!! Holen Sie sich zu Grundstückspapieren unbedingt immer MINDESTENS ZWEI MEINUNGEN ein. Das kostet, wenn überhaupt, dann nur wenig.

Das klingt nach Aufwand, was? Jap. Das kann Sie durchaus einen ganzen Tag an Rennerei kosten.

Aber wo wir schon von Aufwand reden.

Was meinen Sie, was es Sie an Aufwand kostet, wenn Sie Ihr Grundstück – dann vermutlich bereits mit erstellter Immobilie – sichern müssen, weil es keinen unanfechtbaren Grundstückstitel hat? Vielleicht überlegt der freundliche Verkäufer ja auch schon, wie er es Ihnen am besten wieder abnimmt?

Was werden Sie wohl an Aufwand aufwenden müssen, um vor Gericht ohne brauchbare Quittungen geleistete Zahlungen glaubhaft zu machen und durchzusetzen? Können Sie eigentlich gleich vergessen. Das Geld für die Verteidigung können Sie auch gleich sparen. Am besten zahlen Sie direkt das, was Ihrem gewitzten Vertragspartner nach dessen Meinung noch zusteht.

Was werden Sie wohl an Aufwand haben, wenn Ihr eigener Anwalt / Übersetzer / Sachverständiger Sie und Ihre Strategie an die Gegenseite verschachtert? Worst Case und je nach Grad der Boshaftigkeit oder Phantasie dieser Leute und der Potenz Ihres Geldbeutels mehr oder weniger existenzgefährdend für Sie!!

Sie werden bemerkt haben, daß ich keine Namen genannt habe. Ganz bewußt, denn die Entscheidung liegt ganz allein bei Ihnen, wieviel Aufwand Sie in die Sicherheit Ihrer Investition und Ihrer Zukunft hier investieren möchten.

Drogen - Honi Soit Qui Mal Y Pense

In Paraguay werden, wie in anderen südamerikanischen Ländern auch, Drogen angebaut. Ich bin kein Experte, aber ich nenne sie der Einfachheit halber einmal Marihuana. Die Pflanze wächst auch wild, und sie sieht dem Heilkraut Suiko zum Verwechseln ähnlich. Leute der Staatsanwaltschaft sagten mir, Marihuana-Pflanzen würden einen typischen Geruch verstömen und bei Nacht „leuchten“. Ich weiß es nicht, aber wer will, mag das nachprüfen.

Paradox scheint, daß gerade Drogendelikte in Paraguay hart und unbarmherzig verfolgt werden. Einmal sicherlich, weil Paraguay als Transitland bei diesem Thema eine schlechte Auslandspresse hat. Andere vermuten Hintergründe in der jüngsten Politik. Wieder andere sehen die Konkurrenzsituation dieser Branche als Triebfeder.

Das Warum braucht uns eigentlich nicht weiter zu interessieren. Entscheidend ist, daß Sie es mir einfach einmal glauben, daß Drogendelikte neben dem sexuellen Mißbrauch Minderjähriger Sie in Schwierigkeiten bringen, die Sie in ihrem Ausmaß nicht ansatzweise erahnen. Stammtisch-Meinungen sagen, daß man sexuelle Abenteuer mit Minderjährigen (s. auch Punkt 11: Licht und Schatten) mit etwas Geld immer aus der Welt schafft. Das mag vielleicht sein, solange das Hauptinteresse der Eltern des/der Minderjährigen der Geldforderung an Sie zum Ausgleich "des Schadens" gilt. Sollten Sie aber an Eltern geraten, denen das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt und/oder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden, dann wendet sich das Blatt abrupt und unumkehrbar, und Sie wandern genau wie bei Drogendelikten unabwendbar, unaufschiebbar und auf direktem Wege in den Bau. Ich halte das für vertretbar und zum Wohle unser aller Kinder für absolut wünschenswert, ... wenn die Anschuldigungen denn stimmen, worauf es aber erst irgendwann im Schritt 2 und 3 des Verfahrens bzw. nach Monaten in der Haftanstalt ankommt.

Zurück zum Thema.... Wie dem auch sei: es empfiehlt sich nicht, Sonntagsausflüge in die Drogen-Anbaugebiete zu unternehmen, die mehr oder weniger gut bekannt und noch besser bewacht sind. Versuchen Sie auch, die typisch deutsche Angewohnheit zu unterdrücken, das nächste Polizeirevier von Ihren Vermutungen und Sichtungen zu unterrichten. Die Beamten dort wissen bestimmt besser Bescheid, als Sie annehmen.

Wichtig für Sie ist vor diesem Hintergrund nur eines: denken Sie nicht, Paraguay als Anbauland, Entwicklungsland und „rechtloses Land“ würde Ihnen nun freie Hand lassen, um mit den Drogen so umzugehen, wie Sie es für richtig halten.

10 Gramm Eigenbedarf sind laut Gesetz erlaubt. Auch der Verbrauch steht nicht unter Strafe. Der Besitz allerdings schon, und der Handel damit sowieso. Wenn Sie die Gefahr lieben, versuchen Sie mal die Gratwanderung zwischen geringem Eigenkonsum und nicht erlaubtem Besitz. Falls Sie dagegen den Drogenhandel für sich entdecken wollen, ist das Gesetz Ihr geringstes Problem.

Halten Sie sich auch nicht sklawisch an den genannten Mengen oder Verfahren fest, denn die Justiz tut es im Zweifelsfall auch nicht, jedenfalls nicht zu Ihren Gunsten. Auch von Ihrem Anwalt sollten Sie keine Wunder erwarten, denn bei Drogendelikten gibt es weder Haftverschonung noch „Rundum-Sorglos-Deals“.

Die Strafe liegt, nachdem Sie mindestens sechs (!) Monate unter teils erbärmlichen Bedingungen in Untersuchungshaft abgesessen und viel Geld für Anwälte investiert haben, zwischen zwei Jahren (nur diese Mindeststrafe kann mit sehr, sehr viel Glück und Geschick und bei nachgewiesener Drogenabhängigkeit IM ABSOLUTEN AUSNAHMEFALL gegen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt werden) und vier Jahren, bei schwereren Fällen auch von acht bis fünfzehn (!) Jahren. Die Spanne ist breit und läßt Raum für Interpretationen und „Ermittlungen“ der Justiz.

Stellen Sie sich gedanklich bitte darauf ein, daß im krassen Gegensatz zu Ihrem westeuropäischen Rechtsempfinden im Zweifelsfall eher GEGEN den Angeklagten entschieden wird.

Je höher die Menge, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß Oberstaatsanwaltschaft und Drogenbehörde sich interessieren, denn auch hier gibt es rechtschaffene Leute, die sich mit Erfolgen im Kampf gegen den Drogenhandel profilieren und ihre Sporen verdienen wollen. Ganz allgemein: je mehr Öffentlichkeit und (im schlimmsten Fall  internationales) Interesse eine Strafsache genießt, desto geringer werden die Chancen, diese elegant beilegen zu können.

Falls Sie einen kurzen Gedanken an die Deutsche Botschaft, den Europäischen Gerichtshof, Menschenrechtsorganisationen oder ähnliche Institutionen verschwendet haben, so vergessen Sie diese naiven Gedanken am besten gleich wieder. Die Gesetzeslage ist klar und hart, und Verfahrensfehler, die kleine Hintertür, gehören zum Geschäft und bringen keine ausländische Institution zur Intervention. Ganz im Gegenteil: der Versuch der Einflußnahme bringt zuständige Staatsanwälte oder Richter sogar dazu, sich einzuigeln, auf den Buchstaben des Gesetzes zurückzuziehen und den Selbstschutz zu erhöhen. Außerdem verlangt doch gerade das Ausland ein härteres Durchgreifen gegen die Drogen. Da muß man dann dem willigen Staat in der Anlaufzeit auch gewisse Mängel in der handwerklichen Durchführung durchgehen lassen.

Das hilft IHNEN natürlich nichts. Noch nicht gemerkt? Sie sind jetzt in der Rolle des Statisten, des Passiven, und der Rest um Sie herum beschäftigt sich mit sich selbst und versucht, nach allen Seiten einen guten Eindruck zu machen. Wenn Sie sich jetzt hilflos und ausgeliefert fühlen, dann bekommen Sie ein recht zutreffendes Gefühl für Ihre tatsächliche Lage, wenn Sie in die beschriebene Situation geraten sollten.

Das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) drückt dies in den länderspezifischen und ständig aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen diplomatisch korrekt wie folgt aus (Stand 03.03.2014):

"In den letzten Jahren wurde Paraguay verstärkt von Drogenkurieren als Transitland genutzt. Die paraguayische Anti-Drogenbehörde SENAD verzeichnet seit längerem international anerkannte Fahndungserfolge; in den Gefängnissen von Asunción sitzen auch Europäer wegen Drogenschmuggels ein. Die Haftbedingungen sind hart (Überbelegung der Haftanstalten, mangelnde Hygiene und Versorgung), die Prozesse langwierig. Zu den Betreuungsmöglichkeiten der Botschaft gehört die Vermittlung eines Vertrauensanwalts.

Sollten Sie aus irgendeinem Grund festgenommen werden, bitten Sie in jedem Fall um sofortige Unterrichtung der Botschaft, die über ein Bereitschaftsdiensttelefon jederzeit zu erreichen ist."

Es ist also auch hier keine Rede von einer wie auch immer gearteten Intervention der Botschaft, die Ihnen eine Sonderbehandlung sichern könnte.

Ach, man hat Ihnen die Drogen zugesteckt? Na, dann haben Sie ja noch einmal Glück gehabt, wenn Sie das jetzt auch noch hieb- und stichfest beweisen können und auch selbst die Zusammenhänge ermitteln. Sonst könnte da ja jeder kommen. Dann sitzen Sie vielleicht tatsächlich nur für die Dauer der staatsanwaltlichen Ermittlungen von ca. sechs Monaten.

Sympathisch finde ich immer, wenn dann wie aus dem Nichts und zu Fuß „wichtige und einflußreiche“ Lichtgestalten auftauchen, die vorgeben, sie hätten einen Diplomatenpaß, arbeiteten für ein wichtiges Ministerium, gehörten einer Menschenrechtsorganisation an (ach ne, kann nicht sein... Ausweise leider vergessen...) und meinen, sie stünden über den nationalen Gesetzen und hätten auf einer höheren Ebene direkten Zugang zu den Entscheidern und keine wirtschaftlichen Interessen – ganz im Gegensatz zu den verpönten Anwälten, die auf Grundlage der Gesetze und vor allem nach den geltenden „Spielregeln“ versuchen, IHRE Karre aus dem Dreck zu ziehen und zu retten, was denn überhaupt noch zu retten ist. Gern hören sich Anwälte, Staatsanwälte, Richter, andere Funktionäre und auch Presse und TV (die ja für Novelas immer sehr aufgeschlossen sind) die gewichtigen Argumente und sogar die Drohungen dieser Gestalten an, um diese dann mit einem milden Lächeln wieder ins Nimmernimmerland zu entlassen.

Erfolglos ist dieses Bemühen der furchtlosen Streiter jedoch nicht. Nun haben Sie als Verdächtigter oder Angeklagter, für den die Anwälte hinter den Kulissen die hauchdünnen Fäden ziehen, die Bühne und die Aufmerksamkeit aller gewonnen, so daß jeder, der Entscheidungen zu fällen hat und sich nun im Rampenlicht der nationalen und internationalen Öffentlichkeit und der übergeordneten Behörden sieht, ein Höchstmaß an Korrektheit und Gesetzestreue demonstrieren muß und WIRD, damit nur ja kein Schatten der Bestechlichkeit auf ihn fällt. Spätestens jetzt werden Ihre allgewaltigen Helfer sich geräuschlos verabschieden. Honi soit qui mal y pense!

Quelle:
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #7 am: August 20, 2014, 12:15:33 Vormittag »
INDERT- oder IBR- oder Fiscal-Land

Diese Begriffe klingen gut, wichtig und - sie werden überlesen. Bei Übersetzungen werden sie i. d. R. so übernommen, so daß die Bedeutung zunächst (in vielen Fällen für immer) im Dunkeln bleibt. Dennoch hängt vom Verständnis ab, ob Sie blind oder zumindest in Kenntnis der Risiken handeln.

Früher IBR (Instituto de Bienestar Rural), heute INDERT (Instituto Nacional de Desarrollo Rural y de la Tierra) sind bzw. waren staatliche paraguayische Behörden, die unter anderem mit der Zusprechung von Ländereien an berechtigte Personen befaßt sind.

Wir wollen das hier nicht in aller Ausführlichkeit und abschließend behandeln.

Nur so viel: Paraguayer können sich unter gewissen Umständen vom Staat Ländereien, die sie schon lange bewirtschaften, zusprechen und einen entsprechenden Eigentumstitel ausstellen lassen. Diese Berechtigung kann gegeben oder konstruiert sein.

Deutsche können das nicht.

Da der Staat das Land zuspricht, um den Menschen Heim und Hof als Grundlage zur Versorgung der Familie zu geben, wird das kostenlose Land mit einem Verkaufsverbot belegt, das früher für 5 Jahre, aktuell für 10 Jahre gilt. Während dieser Zeit kann ein IBR- bzw. INDERT-Grundstück nicht überschrieben werden, d. h. im Grundstücksregister kann keine Auflassung erklärt werden, und es kann im Register nicht den Besitzer wechseln. Derjenige, dem das Land von der INDERT zugesprochen wurde, bleibt im Register (und das zählt) bis zur Umschreibung (diese kann frühestens nach 10 Jahren erfolgen) EIGENTÜMER. Das ist schon mal Fakt.

Verkäufer (Paraguayer kennen häufig die rechtlichen Implikationen insbesondere für Ausländer nicht; wir sprechen also i. d. R. von Deutschen, die solche Grundstücke weiterverkaufen möchten) versuchen  häufig, diesen Umstand zu relativieren und mit der gängigen Praxis zu erklären, die von allen Anwälten beschrieben und abgenickt wird und die allein es möglich macht, solche Grundstücke vor Ablauf der Sperrfrist zu erwerben.

Korrekt! Gängige Praxis und problemlos, so lange sich beide Parteien daran halten. Gleichzeitig aber auch ungesetzlich und somit - ich bin kein Anwalt, wage es aber einmal als subjektive Meinung in den Raum zu stellen - nichtig, wenn der zu Grunde liegende Vertrag angefochten wird.

Man behilft sich beim Kauf also, indem Privatverträge (auch vor dem Notar) geschlossen werden, die jedoch nur die beiden Parteien binden. Es gibt zwei Exemplare des Vertrages (Verkäufer und Käufer), und der Notar behält keine Kopie. Es erfolgt keinerlei Eintragung in irgendein Buch oder Register.

Insofern, sie hören den Hasen schon hoppeln, könnte der Verkäufer zunächst einmal das gleiche Grundstück mehrfach verkaufen, und niemand bekäme es mit, bevor sich nicht zwei Eigentümer mit Privatverträgen präsentieren und der Rechtsstreit beginnt. Egal, wie es ausgehen mag. Dieser Rechtsstreit wird viel Geld kosten, Jahre dauern und Ihnen die Nerven rauben. Zudem kann das Leben auf dem Grundstück, vermutlich in der Nachbarschaft der restlichen Familie des Verkäufers, ab jetzt recht unangenehm werden.

Zur Erinnerung: der Verkauf von IBR- bzw. INDERT-Land vor Ablauf der Sperrfrist ist gesetzlich verboten. Wo glauben Sie, in einem solchen Fall jetzt rechtlichen Beistand zu finden und Recht zugesprochen zu bekommen, wenn Sie einen Vertrag in der Hand halten, der geltende Gesetze (die privatvertraglichen Vereinbarungen natürlich vorgehen) gebrochen hat?

Insofern wage ich mal, zaghaft zu überlegen, ob solche Privatverträge ggfls. nichtig und anfechtbar sind, und Käufer nun sehen können, wo und von wem sie ihr Geld zurückerhalten, das vermutlich längst in eine Camioneta, eine Geliebte oder anderes Spielzeug investiert wurde.

Sie brauchen noch nicht durchatmen. Damit sind wir noch nicht am Ende. Diese Kaufverträge binden die Vertragsparteien. Wenn der Verkäufer verstirbt, bevor das Grundstück im Register umgeschrieben werden kann (nach 10 Jahren), geht das Grundstück in die Erbmasse ein (das Gericht fragt automatisch die Register ab).
Ihr Privatvertrag bindet den/die verstorbenen Verkäufer, nicht die Erben, und anders lautende  Klauseln sind nichtig. Sie können privatvertraglich niemandem gesetzliche Rechte aberkennen. Das gilt - für Spitzfindige - auch für Vereinbarungen über Nießbrauchrechte, etc.

Nach paraguayischem Recht kann niemand über seinen Tod hinaus bindende Verfügungen für andere (z. B. die gesetzlichen Erben) treffen.

Sicher! Auch ich weiss, daß dies die gängige Praxis in PY ist, um IBR- und INDERT-Grundstücke vor Ablauf der Sperrfrist zu verkaufen (die Übertragung im Register erfolgt dann immer nach Ablauf der Frist, wenn vorher keine Verlängerung der Sperrfrist verfügt wird, wenn das Grundstück nicht in die Erbmasse eingeht, wenn Dritte keinen Einspruch einlegen, etc.).

Daher sollte man zumindest wissen und in der Theorie auch einmal durchdenken, wie die eigene Rechtslage (als Ausländer in PY) im Falle eines Falles eigentlich aussieht, wenn man IBR- oder INDERT-Grundstücke vor Ablauf der Sperrfrist unter Umgehung der gesetzlichen Vorgaben erwirbt und der Partner die nicht gesetzlich gedeckte Hilfskonstruktion entgegen anfänglicher Zusagen dann doch nicht einhält.

Als "Fiscal"-Land werden übrigens jene Grundstücke bezeichnet, die noch über keine Grundstückstitel verfügen (s. oben). Hier können berechtigte Paraguayer (!) bei der INDERT die Ausstellung eines Titels auf ihren Namen beantragen.

Auch hier gibt es Konstruktionen, wo Deutsche Interessenten einen paraguayischen Strohmann vorschieben, damit dieser zunächst auf seinen Namen das Staatsland reklamiert und gleichzeitig "per Privatvertrag" die Verpflichtung eingeht, das Land dann später auf den schlitzohrigen Deutschen zu übertragen. Wieder: ich bin kein Anwalt, aber Sie werden mir Recht geben, daß auch diese elegante Konstruktion eine bedenkliche Schieflage hat. Die Gründe sind die gleichen wie oben.

Das ganze Problem entsteht nicht, wenn Sie diese Grundstücke nach Ablauf der Sperrfrist erwerben. Wenn Sie Glück haben, ist diese schon abgelaufen, oder es fehlen bis dahin nur einige Monate. Wer nicht warten kann oder will, läßt sich (falsch oder nicht abschließend) "beraten" und schließt Privatverträge. Die damit verbundenen Risiken habe ich oben im Ansatz darzustellen versucht. Glauben Sie bitte nicht, daß ein/e Notar/in Sie derart umfassend über mögliche Risiken und Folgen aufklärt. Schon gar nicht, wenn Sie nicht danach fragen und noch viel weniger, wenn Sie die Sprache nicht sprechen und keinen unabhängigen Übersetzer dabei haben (der Verkäufer als Übersetzer hat keine Verpflichtung und auch kein allzu großes Interesse, das Thema auszuweiten!!!).

Natürlich, wird man Ihnen sagen, kann man einen Privatvertrag mit dem Inhalt abfassen, den Sie sich erträumen, wenn der Vertragspartner dem zustimmt.

Was interessiert es einen Anwalt oder Notar, ob die Regelungen in der Zukunft dann Bestand haben und durchsetzbar sind? Das ist IHR Problem und für den Anwalt ggfls. ein neuer Auftrag.

Was interessiert es heute einen Verkäufer in Aussicht vieler Millionen, ob er (ohnehin unwirksam) auf verfassungsmäßige oder gesetzliche Rechte verzichtet? Man hat ihm schon gesagt, daß man das sowieso alles wieder kippen könnte.....

Sie werden also auf eine knappe Frage die knappe Antwort erhalten, daß es ginge. Geht ja auch, wenn und so lange alle mitspielen. Eigentlich bräuchten Sie dann auch gar keinen Vertrag, oder? Stimmt. Ein nichtiger Vertrag ist ja auch so gut wie keiner.

Informieren Sie sich also bitte bei einem erstens seriösen!, zweitens unabhängigen! und drittens Fachmann!, was Sie im Falle eines Falles vor Gericht auch tatsächlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durchsetzen könnten bzw. was im Einklang mit den Gesetzen steht, falls Sie das Pech haben, dass Ihr Vertragspartner sich dann doch nicht an die Klauseln der privaten Vereinbarung halten will, und was reine Makulator, Wunschdenken und Balsam für Ihre Nerven ist.

Quelle:
http://tinyurl.com/p3kecvp
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #8 am: August 20, 2014, 12:19:04 Vormittag »
Verwalter gesucht – Freiwillige vor!

Den einen oder anderen trifft das Schicksal derart hart, daß ein Gedanke immer stärker wird und alles Denken dominiert: ich will hier nur noch weg!

Wenn Sie einmal in diese Situation kommen sollten und den Verkauf Ihrer Besitztümer nicht abwarten wollen oder können, dann lassen Sie mich Ihnen einen guten Rat geben:

Informieren Sie sich umfassend, und prüfen Sie gründlichst und überschlafen Sie Ihre Entscheidung mehrmals, wem Sie ggfls. eine Vollmacht (wie der Name sagt: volle Macht) erteilen, Ihren Besitz mit weitreichenden Vollmachten zu pflegen, zu verwalten, zu vermieten oder gar zu verkaufen! Sogenannte Generalvollmachten (poderes generales), die vor einem Notar zu erteilen sind und die von einem vereidigten Übersetzer zu übersetzen sind, legen scheinbar bis ins kleinste Detail fest, was der Verwalter veranlassen darf und was er zu verantworten hat. In der Praxis sind Generalvollmachten, noch schlimmer die Generalvollmachten mit weitgehenden Befugnissen (poderes generales amplios) vor allem eines: Blankoschecks!

Wenn Sie so weit sind, daß Sie mit geschlossenen Augen einen Blankoscheck ausstellen würden, dann können Sie hier aufhören zu lesen.

Falls ich jedoch Ihr Interesse wecken konnte, möchte ich Sie im weiteren für die Gefahren einer Generalvollmacht sensibilisieren, wenn der Bevollmächtigte eine Ihnen mehr oder weniger unbekannte Person ist, was deren Geschäftsgebaren betrifft.

Während Sie sich in Ihrer alten Heimat langsam regenerieren und noch einmal mit einem blauen Augen davongekommen wähnen, läßt es sich Ihr rühriger Verwalter möglicherweise schon richtig gut gehen, während seine Berichte Ihnen das ganze Elend seiner Aufgabe schildern. Da wird u. U. munter vermietet, ohne es Ihnen überhaupt mitzuteilen oder gar die Mieteinnahmen an Sie abzuführen. Da werden vielleicht private und fremde Kosten jeglicher Art unter dem Etikett Unterhaltungs- und Reparaturkosten mit Ihnen abgerechnet, und Einrichtungsgegenstände wechseln schon schnell mal den Besitzer. Sie sind ja weit weg, kommen ohnehin vermutlich nie wieder, und zudem: wie wollten Sie denn rechtlich wirksam BEWEISEN, was bei Übergabe an Ihren Verwalter konkret im Hause war und in welchem Zustand? Haben Sie noch alle Quittungen mit Seriennummern, Fotos mit Datum der Übergabe, ein detailliertes Übergabeprotokoll? Haben Sie daran gedacht, schriftlich ein Honorar zu vereinbaren, oder legen Sie Wert auf das Überraschungsmoment am Tage der Abrechnung? Oder glauben Sie, daß dieser Service kostenlos ist oder vermutlich nicht so teuer sein kann?


Bei den Fällen aus meiner beruflichen Praxis kenne ich bisher nicht einen einzigen, bei dem Vollmachtgeber und Bevollmächtigter sich am Ende nicht gerichtlich auseinandergesetzt hätten. Keine tollen Aussichten, wenn Sie im Ausland sind.

Da manche Situationen nun aber eben einmal einen Bevollmächtigten erfordern, sollten Sie - wenn schon, denn schon – eine Person Ihres ABSOLUTEN Vertrauens benennen, das beurkundende Notariat selbst aussuchen, und sich den kompletten Text der Vollmacht (nicht nur die sogenannte minuta, also den kurzgefaßten, zweisprachigen Auftrag an das beurkundende Notariat) von einem unabhängigen, nicht involvierten Übersetzer schriftlich im Vorwege übersetzen lassen (das geht, da es sich um weitestgehend standardisierte Verträge handelt, deren Texte durchaus vom Notariat zur Verfügung gestellt werden), damit Sie hinterher nicht in Ohnmacht fallen, was mit einer Generalvollmacht - wohlgemerkt in Ihrem Namen und auf Ihre Kosten - so alles angestellt werden kann.

Ihre Alarmglocken sollten Sturm läuten, wenn man Ihnen erzählen will, daß man die Vollmacht der Einfachheit halber und um Geld zu sparen (...die Übersetzung ist ja unnötig, wir sind uns doch einig, und die ist auch recht teuer...) auch ohne minuta oder gar Übersetzung des Textes machen könne. Meiden Sie zudem das Wort irrevocable (unwiderruflich) wie den Teufel, denn eine solche Vollmacht können Sie weder widerrufen noch ändern.

Überlegen Sie ferner, wie Sie oder das beurkundende Notariat unlautere Nebenabsprachen zwischen Verwalter und Käufer aufdecken, kontrollieren oder unterbinden wollen, wenn Sie dem Verwalter auch die Vollmacht zum Verkauf einräumen. Achtung: das Notariat ist raus. Sie stehen jetzt allein! Wie wollen Sie die tatsächliche Weiterleitung etwaiger Mieteinnahmen sicherstellen, vertragliche Vereinbarungen oder Verpflichtung hin oder her?

Quelle:
http://tinyurl.com/pqdapq5
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Re: Was sagen Kenner zum Land der Guarani
« Antwort #9 am: August 20, 2014, 12:27:22 Vormittag »
Paraguaygedanken

Ein paar Gedanken über das Land Paraguay und wie sich das Leben für uns hier in den letzten dreizehn Jahren verändert hat

Hier meine ich nicht Paraguay, sondern die Menschen, die hierher in das für uns schöne Land kommen.Ich habe mit vielen Menschen, sei es halt die Nachbarn oder auch mit weiteren Paraguayern, die z.B. im Supermarkt arbeiten, gesprochen. Hier ist man schlichtweg der Meinung, dass viele Neuzuwanderer sich wie die Axt im Wald verhalten.

Wenn man sich durch die Internetwelt über Paraguay liest, muss man feststellen, dass Paraguay eines der korruptesten Staaten Südamerikas ist, das Land sehr rückständig ist, der hohen Kriminalität wegen man sich nicht unbedingt auf die Straße wagen soll, es von Betrügern und Abzockern jeglicher Art nur so umgeben ist, aber die Einheimischen gastfreundlich und nett sind. Diese Kriterien widersprechen sich in vielen Belangen!

Daher stelle ich mich immer wieder vor die Frage, ob nicht doch wohl jeder einzelne Mensch ganz für sich alleine vor seiner eigenen Haustüre kehren sollte?!

Nun: Wie ist es denn in den deutschsprachigen Ländern? Ist da nicht die Kriminalität gestiegen?

Bandenkriege, Schulamokläufer, Taschendiebe und Einbruchdiebställe mehren sich zunehmend und der Lebensunterhalt wird immer schwieriger. Suchen wir nicht deshalb eine Alternative, um so zu leben, wie man es sich vorstellt?

Was soll man dazu sagen, was sich in der „besagten Internetwelt“ im Bezug auf Paraguay abspielt!

Um welche Art von Menschen handelt es sich hierbei, die – natürlich per Pseudonym – sich im Internet gegenseitig beschimpfen oder wohl auch in Schrift und Tat bekämpfen? Hier wird sehr häufig auch Rechenschaft und Aufklärung für meistens „erfundene Themen“ verlangt. Die Freundlichkeit oder vielmehr Höflichkeit bleibt bei diesen Themen immer auf der Strecke. Wo bleiben denn da das Verständnis und die Erkenntnis für wirklich Wichtiges? Zumal man ja auch bedenken muss, dass diverse oder viele zusammenhängende Themen erst entstehen durch Menschen, die wohlmöglich noch niemals das Land Paraguay besucht haben, ganz zu schweigen davon, dass diese Menschen in Paraguay ihr Leben verbringen und den quasi „Alltag“ im Land miterleben.

Sicherlich gibt es in Paraguay viele Probleme, es ist ein „Dritte Welt-Land“, das darf man nicht verkennen oder vergessen.

Dennoch frage ich mich: Was möchten diese Menschen, die negative Gedanken und Äußerungen über das Land und seinen Einwohner haben, damit erreichen? Vielleicht ist es ein Volkssport geworden, als dass manche deutschsprechenende Einwanderer, die wohl keiner Arbeit nachgehen müssen, sich in dieser Hinsicht eine Beschäftigung suchen?! Könnte man diese freie Zeit nicht sinnvoller anwenden?

Hier lebt man am besten mit der Devise: „Leben und leben lassen“. Vor vielen Jahren hatten die Paraguayer mehr Sympathie für die deutschsprechenden Einwanderer, sie waren fleißig: Hier eine Autowerkstatt, dort einen Bäcker, wohlmöglich gab es bei so einigen neuen Einwanderern eine kleine Milchwirtschaft, ein Restaurantbetrieb oder eine Hühnerfarm, die von einigen Einwanderern mit Mühe und Liebe ins Leben berufen wurden. Somit gab es im Land dann auch gleich viele neue/weitere Arbeitsplätze.

Wenn es Probleme mit den Wegen gab, die zum Grundstück führten, wurden sie einfach ausgebessert. Die Nachbarn profitierten auch davon und man kam dadurch schnell ins nette Gespräch und knüpfte freundliche Kontakte. Heute wird nur noch geschimpft über die schlechten Zustände, aber niemand ändert etwas daran. An die Pünktlichkeit, die in Paraguay unter den Einheimischen keine Pflicht ist, gewöhnt man sich schnell.

Natürlich hatten auch wir anfangs unsere Schwierigkeiten, sich dem Leben in Paraguay anzupassen, aber: Man gewöhnt sich sehr schnell daran. Die digitale Kommunikation war auch bei uns zum Anfang nicht gegeben, da wurde halt die „Mund zu Mund-Propaganda“ genutzt, das klappte hervorragend.

Ein paraguayischer Gärtner bekam z.B. einen Auftrag, einen Baum zu stutzen und fällte diesen dann leider, typisch deutsche Gründlichkeit könnte man dazu sagen. Nun: Der Paraguayer hatte es schließlich gut gemeint. Solche Gegebenheiten kommen vor und sind dann halt Missverständnisse, wenn man der Sprache des Landes noch nicht so mächtig ist. Der Einwanderer kam aber in früheren Zeiten niemals auf die Idee, den einheimischen Arbeiter, der ja in diesem Land seinen Ursprung findet, als „dumm“ zu bezeichnen, so wie es heute einige Neueinwanderer zu denken und zu sagen pflegen.

Wenn es – bedingt durch die unterschiedlichen Nationalitäten – zu Missverständnissen kommt, dann liegt das nicht an den Paraguayern selber, sondern im eigentlichen Sinne an dem „Deutschen Einwanderer“, der sich dann wohlmöglich noch dem „Land mit seinen Sitten und Gebräuchen sowie der Sprache“ zuwenden muss, um mit „Wissen und Verständnis“ dem Land Paraguay entgegenzusehen. Denn dann ist es erst möglich, mit den hiesigen Einwohnern einen rundum „freundschaftlichen Kontakt und somit ein sehr gutes Miteinander“ im schönen Paraguay zu führen.

Mittlerweile kommen immer mehr deutschsprechende Einwanderer hierher nach Paraguay, aber: Wie hat sich ihre Mentalität verändert?

Es gibt wirklich sehr unterschiedliche Menschen, dennoch gibt es solche und auch solche. Soll heißen: Einige Einwanderer passen sich an und kommen auch mit der Mentalität dieser hier lebenden Einwohner sehr gut zurecht. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille, als dass manche Menschen sich einfach nicht auf dieses Land vorbereitet haben und glauben, den Luxus von Deutschland mit nach Paraguay zu nehmen. Frei nach dem Motto: „Was ich in Deutschland für viel Geld bekomme, erhalte ich mit allen Vorzügen in Paraguay für quasi umsonst“. Das ist halt nicht der Fall. Auch in Paraguay gelten Regeln und Gesetze.

So manche möchten, wenn sie erst einmal angekommen sind, am Vormittag ein kleines Päuschen einlegen und dann schnell noch auf die Bank, zum Optiker, in die Apotheke und danach das schon erworbene Grundstück besichtigen. Bei vielen Angelegenheiten kann es dem Einwanderer einfach nicht schnell genug gehen. In Paraguay lässt man aber die „Ruhe vor der Hektik“ walten. Viele potentielle Zuwanderer müssen sich dem ganz bestimmt bewusst werden.

Nun: Es ist nicht nur das, man muss ja nebenbei auch noch viele Fragen beantworten, die ein wohlmöglicher „neuer Einwanderer“ zu stellen vermag. Die Antworten werden mit Geduld und gerne gegeben, nur: Hier ist es so, dass das ganze auch teilweise ins „Unendliche“ gelangt, wie z.B.Welcher Arzt ist empfehlenswert, wo kann man gut Essen gehen, wie kann man sich eine Existenz aufbauen, gibt es bestimmte Medikamente in Paraguay, welche Bank hat die besten Zinsen, was kosten diverse Baumaterialien und vieles mehr… . Auf gar keinen Fall wird es gerne gesehen, wenn evtl. gegebene Tipps nicht ganz der Wirklichkeit entsprechen.

Weiterhin sollte der Begleitservice doch aber gratis sein, denn in Paraguay ist doch alles gratis, nicht wahr? Und dann? Hört der „Neueinwanderer“ sich noch bei weiteren hier lebenden Menschen um, was ja auch gut und richtig ist und siehe da, auf einmal kommt der Verdacht des Betruges und oder der Gaunerei auf.

In diesem Zusammenhang ist es auch schon vorgekommen, dass nach einer Existenzgründung hier im Lande nicht alles so funktionierte, wie vorausgesehen und der Ratgebende bzw. Tippgebende musste sich dann wiederum der Beschuldigung einer „falschen Beratung und/oder der Absicht des Mitverdienens“ hergeben.

Und: Wenn man es geschafft hat, sich in Paraguay wirklich eine lebenswerte Existenz aufzubauen, dann kommt plötzlich der Neid aus allen Poren und das oft von den eigenen Landsleuten. Wie war das doch noch so schön: „Leben und leben lassen“, das ist eine Grundregel, die große Priorität genießt!!!

Es gibt auch Zuwanderer, die für viel Geld Grundstücke kaufen und dann z.B. bei einem armen Tischler, der ja Paraguayer ist, um den Preis verhandeln, es könnte sich ja lohnen, wenn sie 5.000,00 Guaranies oder 10.000,00 Guaranies dabei herunterhandeln (umgerechnet ca. 0,70 – 1,40 Euro).

Viele Einwanderer begegnen den Paraguayern mit Überheblichkeit und wundern sich um die Reaktionen der Einheimischen. Es ist schade, dass die Paraguayer inzwischen nicht gut auf uns Einwanderer (Deutsche Nationalität u.a.) zu sprechen sind, es schadet nicht nur den neuen Eingewanderten, sondern auch denen, die schon viele Jahre hier leben. Das erleben wir immer wieder, da wir hier nun doch schon so lange in diesem für uns sehr schönen Land Paraguay leben.

Wenn Gespräche mit weiteren Einwanderern, die auch schon sehr lange in Paraguay ihre Heimat haben, stattfinden, dann kommt immer die gleiche Antwort: Es ist sehr unglücklich, dass irgendwo alle Neu-Einwanderer mit einem gleichen Maß an Vorurteilen belastet werden müssen und in vielen Fällen sich auch herausstellt, dass bestimmte Vorurteile gegeben sind, sicherlich gibt es auch Ausnahmen, das muss auch so sein, denn diese bestätigen die Regel. Aber: Es sind halt leider wirklich nur Ausnahmen… .

In den deutschsprachigen Ländern sollen sich die Ausländer doch auch integrieren, warum schaffen es die Deutschen dann nicht, sich in Paraguay den Lebensregeln des Landes anzupassen? Es ist doch schließlich ein ausgewähltes Ausland oder auch Gastland, in denen man gemeinsam und miteinander leben möchte, wobei diverse Nationalitäten gegeben sind, vor allem aber die Nationalität der Paraguayer selber, die eben im besagten Land Paraguay geboren wurden und dem auch angehören. Wie sollen Menschen, die in ihrem eigentlichen Herkunftsland nicht zufrieden sind, in einem komplett „fremden Land, wie Paraguay“ auf einmal „glücklich“ werden?

Meine persönliche Betrachtungsweise liegt darin, dass ich glaube: Es wäre für so einige potenzielle Einwanderer besser, er oder sie blieben zuhause oder würden doch aus dem Land Paraguay schnellstmöglich wieder auswandern. Paraguay und all’ seine Einwohner würden dadurch sicherlich nicht „ärmer“ werden.

Mit freundlichen und sonnigen Grüßen aus Paraguay

Nora Volkmar

Quelle:
http://tinyurl.com/jvwpxps
Wenn der Klügere immer nachgibt herrscht die Diktatur der Dummen. - Daher gilt: Wo unrecht zu recht wird, wird Widerstand zur Pflicht. -
Doch bedenke:  Das einzige das einen davon abhalten kann die Wahrheit zu finden, ist zu denken man kenne sie bereits.